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25 Jahre Hilfe für Leib und Seele in Tansania

25 Jahre Hilfe für Leib und Seele in Tansania

Den Kranken und Ärmsten helfen und Krankheiten heilen – dafür ist Maike Ettling seit einem Vierteljahrhundert in Tansania unterwegs. Sie berichtet, was gewachsen ist und wie das das Leben von Menschen wie Nehemia verändert hat.

Basisgesundheitsarbeit und Hilfe für Leib und Seele – das war der Anfang. Vor 25 Jahren begann meine Arbeit in Tansania so mit der Ausbildung von Gesundheitshelfern und -helferinnen innerhalb der Ortsgemeinden. Es ging um die Prävention von vermeidbaren Krankheiten wie Malaria, Durchfall und Mangelernährung. Um Hygienegrundlagen wie Hände waschen, Latrinenbau, Moskitonetze und gesunde Ernährung. Dazu natürlich das Thema Familienplanung und Aids.

So wurden etwa 400 Gesundheitshelfer ausgebildet, die „umherzogen, lehrten, predigten, heilten“ , ganz nach dem Vorbild von Jesus, wie es in Matthäus 4,23 beschrieben ist. Gemeinde lebt so nicht als Ort des Wartens darauf, dass Menschen kommen, sondern geht hinaus, zieht umher, kümmert sich und lässt berühren von Not und Leid anderer.

Später kam die natürliche Medizin dazu: das Nutzen von regionalen Pflanzen, um Krankheiten zu lindern oder heilen. Organisationen von außen brachten Geld mit und stießen zur Arbeit hinzu. So wurde der Ansatz, dass die Arbeit von den Gemeinden vor Ort getragen wird, immer schwieriger – wenngleich bis heute noch rund 80 Gesundheitshelferinnen ehrenamtlich aktiv sind.

2001 starteten wir die erste eigene Gesundheitsstation. Es war ein großer Schritt, endlich einen Ort zu haben, wo Patienten schnell, unbürokratisch und kostengünstig behandelt werden können. Aus einer Station wurden über die Jahre vier, dazu mobile Kliniken in Dörfern, die weit von medizinischer Versorgung entfernt waren. Dort werden Laboruntersuchungen sowie günstige Behandlung und Beratung angeboten – für 50 bis 100 Patienten pro Tag und Dorf.

HIV-Test und AIDS-Beratung waren von Anfang an ein wichtiger Teil der Arbeit. Um den Positiv-Getesteten in einer Zeit ohne Medikamente zu helfen, wurde 2003 die Selbsthilfegruppe „Kaza Roho“ (deutsch: sei mutig, sei stark) begonnen. Angefangen mit fünf HIV-Positiven hat die Gruppe heute über 50 Mitglieder. Wöchentliche Treffen, das Herstellen von natürlicher Medizin und gegenseitige Ermutigung prägen die Treffen.

Einer der Gründer dieser Gruppe war Nehemia. Er begegnete uns abgemagert und – wie der biblische Hiob – am ganzen Körper mit juckenden und eiternden Hautausschlägen übersäht. Seine Frau hatte ihn mitsamt der vier Kinder verlassen, seine alte Mutter sorgte für ihn. Wir besuchten ihn, versorgten ihn mit natürlicher Medizin, wir beteten und ermutigten – langsam heilten die Geschwüre ab. Immer wieder hatte Nehemia Gesundheitsprobleme, aber seit über 25 Jahren lebt er mit HIV, hilft und ermutigt andere in ähnlichen Situationen. Kaza Roho spielte und spielt bis heute eine wichtige Rolle im Kampf gegen Stigmatisierung und Ausgrenzung.

Aus kleinen Anfängen wurde eine Gesundheitsarbeit mit über 60 Angestellten Aus kleinen Anfängen vor 25 Jahren wurde eine Gesundheitsarbeit mit über 60 Angestellten: drei Gesundheitsstationen, ein kleines Krankenaus, mobile Kliniken, natürliche Medizin, HIVTests und -Beratung, Kaza Roho, Gesundheitshelfer und nicht zuletzt das Projekt TUMAINI, wo 95 Kinder aus schwierigen Lebensverhältnissen Hilfe und Unterstützung erleben.

Vieles hat sich verändert: Der tansanische Staat hat mittlerweile viel Geld in den Gesundheitssektor investiert, gleichzeitig treten heute neben Krankheiten wie Würmern, Amöben und Malaria immer mehr auch Bluthochdruck, Diabetes und Schlaganfälle auf. Die Auflagen der Regierung für kirchliche Gesundheitsarbeit werden ebenso schwieriger wie die Richtlinien der Krankenkassen. Nicht verändert hat sich: Immer noch glauben viele, hinter langwieriger Krankheit sei eine fremde Hand im Spiel. Erstanlaufstelle sind so nach wie vor traditionelle Heiler, die herausfinden sollen, wer Schuld hat. So wird oft der Beginn einer frühzeitigen Behandlung verhindert. Immer noch wird für den Tod mehr Geld investiert als für die Krankheit: War in Krankheitszeiten kein Geld da, ist die Beerdigung für die Hinterbliebenen ein teures Unterfangen. Nicht verändert hat sich auch der Auftrag der Gemeinden vor Ort: „umherziehen, unterrichten, predigen, heilen“. Also der Auftrag, ganzheitlich zu helfen und für die Ärmsten der Armen da zu sein. Und der Wunsch, in all den Herausforderungen gangbare Wege zu finden, diesen Auftrag weiterhin umsetzen zu können.

Maike Ettling ist Missionarin in Musoma, Tansania

Dieser Artikel ist in unserem Magazin move (Feb-Mai 2021) erschienen.