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Christsein im sich wandelnden China

Christsein im sich wandelnden China

Die Kombination von staatlicher Kontrolle und weitreichenden Corona-Beschränkungen macht es für die Hausgemeinden in China nicht leicht, ihren Glauben zu leben. Eine Christin aus China berichtet.

Restriktive Religionspolitik unter Xi

Präsident Xi hat China verändert, und Corona hat dabei noch einmal seine Position gestärkt. Nicht nur die Uiguren, sondern eigentlich alle Religionen werden seit dem Machtantritt Xis unterdrückt, ausgenommen der Taoismus, der autokratische Strukturen stärkt.

Was hat Platz neben dem Kreuz?

Schon vor einigen Jahren wurden selbst bei offiziellen Kirchen Kreuze entfernt. Die Landesflagge im Gottesdienstraum direkt neben dem Kreuz, geht das oder nicht? Sind Portraits von Mao und Xi jeweils auf einer Seite des Kreuzes akzeptabel? Der Aushang von Propagandaslogans? Oder die Hymne auf die Partei? Nicht jedem wird die symbolische Bedeutung sofort klar. Einige haben zunächst bei diesen anscheinend nebensächlichen Fragen nachgegeben, um weiter Gottesdienste halten zu können. Aber schnell wurde klar: Es geht um Herrschaft. Wer bestimmt, wer Pastor sein darf, welche Veranstaltungen stattfinden, über die Finanzen und schließlich auch über die Lehre? So wurde die Kontrolle der Regierung zuerst mit symbolischen Handlungen und dann immer konkreter in den Kirchen manifestiert.

Wer sich dem entzog, wurde illegal. Hausgemeinden haben dem mehrheitlich widerstanden, manche allerdings erst, nachdem die Salamitaktik offenkundig wurde. Versammlungsorte wurden teils zuerst verwüstet – Kreuze und Mobiliar zerbrochen und verbrannt – und dann aufgelöst, oft wurde auch das Eigentum konfisziert.

Nicht nur Gemeinden und ihre Leiter mussten entscheiden, wem ihre erste Loyalität gilt, sondern auch einzelne Christen. So mussten z. B. Beschäftigte in Schulen, Universitäten, Krankenhäusern und anderen staatlichen Einrichtungen Personalbögen ausfüllen. Wer bei „Religion/ Glaubensüberzeugung“ etwas anderes als „keine“ eintrug, wurde deswegen benachteiligt, manche verloren sogar die Arbeitsstelle. Auch mit Leerlassen konnte man sich oft nicht durchlavieren. Besonders Christen, die zugleich Parteimitglieder waren, wurden stark kontrolliert (durch digitale Überwachung von Handydaten, sozialen Medien, Bewegungsprofil, Videoüberwachung, Spione etc.) und ggf. diskriminiert.

Verschärfung durch Corona

Selbstverständlich waren während der akuten Corona-Krise Versammlungen verboten. Aber auch nachdem das öffentliche Leben sich normalisierte und Massenveranstaltungen wieder erlaubt waren, blieben christliche Versammlungen, zumindest in Wuhan, weiterhin verboten.

Die kollektive Panik der Menschen wird durch die Informationspolitik weiterhin aufrechterhalten, sodass sowohl die Einführung eines Gesundheits-QR-Codes, als auch restriktive Quarantäne- und Reisebestimmungen sowie Versammlungsverbote akzeptiert werden. Ein Verstoß gegen das Versammlungsverbot wäre nun ein Verstoß gegen den Infektionsschutz, also eine Straftat.

Besinnung auf das Wesentliche

Was sind die Essentials für Christen? Was ist auch dann noch wichtig, wenn es verboten ist? Während der Monate des Eingesperrtseins haben viele Christen hier das Bibellesen und Gebet besonders ernst genommen. Allein oder in Gruppen per Videokonferenz haben sie die Quarantäne dazu genutzt. Auch jetzt noch haben wir bei der wöchentlichen Video-Gebetsstunde jeweils um die 60 Teilnehmer, wobei an manchen Geräten mehrere Personen sind. Gemeinden haben Wege gefunden, Gottesdienste mit Lobpreisteil und Predigt über die sozialen Medien zu halten.

Andere haben sich als Freiwillige gemeldet, um z. B. als Autofahrer oder durch andere Hilfsdienste den Straßenkomitees bei der Logistik zur Versorgung der Millionenmetropole zu helfen. Christen im Gesundheitswesen haben sich freiwillig zum Dienst in den speziell für Corona eingerichteten Krankenhäusern gemeldet. Es hat sich gezeigt, dass diese Art von diakonischen Diensten gut aufgenommen wurde. Eine Frau hat häufig für eine ältere Nachbarin eingekauft, die auch vorher schon offen war für das Evangelium. Nach der Krise hat diese ältere Nachbarin sich zur Taufe angemeldet und im Taufgespräch immer wieder davon erzählt, wie viel ihr diese Hilfe bedeutet hat.

Gemeinden aus weniger betroffenen Gebieten haben durch Geld- und Sachspenden Gemeinden in Wuhan unterstützt. So kamen z. B. während der größten Not Schutzmasken und Desinfektionsmittel an und wurden an Bedürftige, nicht nur Gemeindeglieder, verteilt, später auch Obst und Gemüse. Mit dem Geld wurden Familien von Erkrankten unterstützt.

Angesichts einer tödlichen Gefahr wurde das Weitergeben des Evangeliums vielen wieder besonders wichtig. Eine junge Frau hat ihre an Covid-19 erkrankte Mutter noch in den letzten Tagen zum Glauben geführt. Andere waren mit noch nicht gläubigen Angehörigen wochenlang zusammen „eingesperrt“ und haben durch christliche Filme und daran anknüpfende Gespräche ihren Glauben bezeugt.

Und wie geht es nun weiter?

Gemeinde ist nicht an Immobilien gebunden, sondern besteht aus Menschen. In Menschen zu investieren ist also wesentlich wichtiger als in Gebäude. Während Immobilien in der Zeit der Krise für die Gemeinden zur Belastung wurden, hat die Schulung von ehrenamtlichen und vollzeitlichen Mitarbeitern sich als lohnend, überlebenswichtig und unverzichtbar erwiesen.

In der Krise haben sich einige aus dem Gemeindeleben zurückgezogen, teils wohl aus Angst, teils schlicht aus Bequemlichkeit. Die Existenz von Online-Angeboten testet das Verständnis der Gläubigen bezüglich Gemeinde, Verbindlichkeit, Ehrfurcht vor Gott und Hingabe an ihn. Ob Konsument oder Jesus-Nachfolger ist, wird so sichtbar. Kriterium für zukünftige Gemeindeprogramme sollte demnach sein, ob es Nachfolger oder Konsumenten fördert.

Erwiesen hat sich auch, dass Diakonie und Evangelisation Hand in Hand gehen. Je mehr das öffentliche Evangelisieren eingeschränkt wird, desto wichtiger wird der Aufbau von vertrauensvollen Kontakten durch diakonische Dienste für die Evangelisation.

Die Autorin ist der Allianz-Mission bekannt.

Dieser Artikel ist in unserem Magazin move (Feb-Mai 2021) erschienen.