In Südostasien werden durch eine Seelsorge-Ausbildung Herzen heil und befähigt, andere zu begleiten.
„Wenn wir ehrlich sind, stehen wir Leiter ständig unter Druck. Es wird von uns erwartet, dass wir jederzeit für andere da sind, stark und unfehlbar sein müssen. Daheim fordert die Familie uns. Ist es nicht so: Wir sind auf uns allein gestellt und sehnen uns nach einem Ort, wo wir alles abladen, zur Ruhe kommen und gestärkt werden können.“ Das waren die einleitenden Worte von Tim*, dem Leiter eines Drogen-Rehabilitation-Zentrums, bei der Eröffnungsrede des Gebetshauses in Südostasien.
Tim weiß genau, wovon er spricht. Bevor er sein Leben änderte, war er selbst drogenabhängig. Doch durch seine Begegnung mit Jesus fand er einen neuen Weg und ist heute ein inspirierendes Beispiel dafür, wie Transformation möglich ist. Seine Mission: anderen Drogenabhängigen zur Freiheit zu verhelfen.
Die Geschichte von Tim berührt und bewegt. Sie zeigt, dass auch die stärksten Leiter ihre Momente der Schwäche und Verzweiflung haben. Doch was passiert, wenn diese Leiter selbst Unterstützung und Stärkung erfahren?
Gestärkt, um andere zu stärken
Das „Befreit!“-Seelsorgeprojekt möchte genau dieser Not begegnen. Es hat sich zum Ziel gesetzt, Leiter in ihren verschiedenen Diensten zu stärken und sie in Seelsorge auszubilden. Die Grundidee ist einfach: Gestärkte Leiter werden andere stärken. Sie leben authentisch und geben die Liebe Jesu weiter, die sie selbst erfahren haben. Gestärkte Leiter dienen hingebungsvoll, ohne auszubrennen und werden dadurch ein Segen für viele andere.
Um diesem Ziel näherzukommen, veranstaltete das „Befreit!“-Seelsorgeprojekt Einkehrtage für alle Leiter der Entzugszentren im Südostasien, damit sie ihren Dienst körperlich und seelisch gesund weiterführen können. Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, an Seelsorge-Workshops wie „Umgang mit Konflikten“ teilzunehmen und individuelle Seelsorgegespräche zu führen.
Ausgerüstet, um andere zu stärken
Etwa ein Fünftel der anwesenden Rehabilitations-Leiter haben die 1,5-jährige Ausbildung bereits durchlaufen. Einer von ihnen berichtet: „Als Leiter haben wir bislang durch bevormundende Ratschläge versucht, Konflikte in der Gruppe zu lösen. Heute verstehe ich, dass ich den Menschen unbewusst meine eigenen Wertmaßstäbe übergestülpt habe. Davon will ich jetzt wegkommen. Und nicht nur das, auch meine eigenen Kinder sollen davon profitieren. Ich bin überzeugt, dass diese Seelsorgeausbildung nach und nach Transformation im ganzen Land bringen wird!“
Multiplikativ andere stärken
Die „Befreit!“-Seelsorge-Ausbildung und Zusammenarbeit führt Leiter und Pastoren aus bislang 30 verschiedenen Denominationen und Diensten zusammen. Diese Vielfalt entfaltet eine starke Wirkung im Land. Das „Befreit!“-Seelsorgeprojekt trainiert und stärkt Leiter und Pastoren, damit diese wiederum zum Segen fürviele andere werden, sei es in Gemeinden, Hospizen, Schwangeren-Schutzräumen, Seelsorge-Praxen oder Rehabilitationszentren.
So bleibt uns die eindrückliche Botschaft von Tim: Wahre Stärke liegt darin, die eigene Schwäche anzuerkennen und sich auf den Weg der Heilung und Transformation zu begeben. Das „Befreit!“- Seelsorgeprojekt steht dabei als verlässlicher Begleiter zur Seite, um Leiter zu stärken, die wiederum andere stärken – um so Gott zu verherrlichen.
Unsere Mitarbeiterin ist Missionarin in einem Land in Südostasien
*Name geändert
Mehr zum Projekt „Befreit“: allianzmission.de/befreit
Der Artikel ist in unserem Magazin move (November 2024 – Februar 2025) erschienen.
