Bibel  ohne Worte

Bibel ohne Worte

Warum gibt es die Bibel nicht in Form von Bildern – über Sprachbarrieren hinweg? Rebekka und Alexander Klein machen sich genau das im Amazonas-Gebiet zur Aufgabe.

Paulina, ein kleines Mädchen aus dem Marubu-Stamm, kam jeden Morgen früh zu uns, um durch die Bilderbücher unserer Kinder zu blättern. Sie konnte nicht lesen und uns nicht verstehen, aber die Bilder fesselten sie und erzählten ihr etwas aus einer fremden Welt. Während unseres Aufenthalts an einer Bibelschule für indigene Christen in Brasilien, an der auch Paulinas Vater teilnahm, wurde uns klar: Noch heute können auch viele Erwachsene unter den Indigenen nicht lesen, weil ihre Sprache nur oral existiert. Weltweit haben über 3.000 Sprachen überhaupt keine Schriftfassung – das entspricht in etwa der Zahl der Sprachen, in die noch keine Bibel übersetzt wurde. Wir fragten uns, warum ich bisher niemand für diese Menschen daran gewagt hat, die ganze Bibel ausschließlich in Bildern zu erzählen. Nicht als Kinderbuch, sondern als Werkzeug für Gemeinde, Jüngerschaft und Mission. Denn wir sind überzeugt: Gottes Botschaft lässt sich sehen!

Gottes Botschaft lässt sich sehen!

Wir haben eine große Leidenschaft für das Malen und wissen doch, dass wir uns mit unserem Projekt „Bibel ohne Worte“ auf Neuland begeben – indem wir gänzlich auf Worte verzichten wollen. Trotzdem fühlen wir uns nicht verloren. Wir sehen eine große Chance, wenn wir die Bibel aufschlagen: Gottes Sprache ist überreich an Bildern. Er spricht zu uns in Geschichten, Schicksalen und Gleichnissen. Mehr noch: Jesus selbst ist das Bild Gottes. Er sagt: „Wer mich sieht, der sieht den Vater“ (Johannes 14,9). In ihm wurde der unsichtbare Gott sichtbar. Darum glauben wir, dass Bilder die Botschaft des Evangeliums in die Welt tragen können.

Die Botschaft und Lehre der Bibel klar und ihre Protagonisten und Handlungsstränge differenziert und ansprechend darzustellen ist unsere Vision. Viele offene Fragen der Visualisierung und Bildsprache lassen sich erst in enger Zusammenarbeit mit den indigenen Völkern selbst erarbeiten. Wir hoffen auf genug Unterstützer, um Ende dieses Jahres als Familie nach Brasilien aufbrechen zu können. Am Rand des Amazonasgebiets, nahe Chapada dos Guimarães, wollen wir mit indigenen Christen verschiedener Völker diese Vision Wirklichkeit werden lassen.

Rebekka und Alexander Klein sind Missionare in Vorbereitung für Brasilien

Der Artikel ist in unserem Magazin move (August – Oktober 2025) erschienen.