Gemeinden Europas an einem Tisch

Gemeinden Europas an einem Tisch

Die FeG Auslandshilfe ist seit 2025 Teil der Allianz-Mission. Im dritten Teil der Vorstellung der Arbeitsschwerpunkte der FeG Auslandshilfe berichtet Samuel Pienkny über die Unterstützung von Gemeinden in Süd-Ost-Europa.

Partnerschaften mit dem Ziel der Gemeindeentwicklung, ein spannendes Thema, mit dem ich in meiner Vergangenheit nur punktuell zu tun hatte. In Tansania, wo
wir als Familie die Übersetzungsarbeit von Wycliff unterstützten, gab es einen „Partnerschaftsbeauftragten“, der mit den Bischöfen aller Denominationen im engen Kontakt stand, das war keine Einbahnstraße. Es gab mit ihnen regelmäßige Treffen zu verschiedenen Themen – immer verbunden mit einem gemeinsamen Essen.

Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen – so lautet ein alter Spruch. In Osteuropa, in den Ländern, in denen die FeG Auslandshilfe Partnerschaften pflegt, ist ein Essen oft als Abschluss von Gesprächen gedacht. In der Realität beginnt am Tisch aber oft erst das, was wir uns voneinander wünschen. Wir hören voneinander von dem wie Gott uns geführt hat und lassen uns aufeinander ein. Wir begegnen uns als gleichberechtigte und gleichwertige Partner, nehmen Unterschiede war und erkennen doch wir sind „ein Leib“.

Der runde Tisch mit unseren Partnern hat auch schon einmal seine Kanten, aber das gemeinsame Anliegen glättet sie. Wir möchten nicht nur finanzieren, sondern
inspirieren, stärken und gestalten. Teilen von dem, was Gott uns geschenkt hat, ist eine geistliche Aktivität, ja eine geistliche Gabe. Diese bezieht sich nicht nur auf materielle Dinge. Von überall nach überall so lautet ein Leitspruch der AM. Hilfe, die Nachhaltig ist, ist im Grunde genommen ein Kreislauf. Es ist erfrischend voneinander zu lernen und da, wo wir Gebende sind, steht am Ende auch die Erkenntnis, dass wir Nehmende sind.

Segen fließt zurück. In Form von neuen Erfahrungen, Begegnungen mit unseren Nachbarn und unserem lebendigen Gott, der auch heute große Dinge tut. Da, wo er uns bei der Arbeit und am Tisch begegnet und bewegt, da kommt Hilfe an.

In der Unterstützung von Gemeinden arbeitet die FeG Auslandshilfe besonders eng mit dem Bund FeG zusammen. Wir bauen hier auf Beziehungen und Partnerschaften, die schon vor Jahrzehnten gelegt wurden. Das Programm „Gemeinden Helfen“ steht für mich für den Grundgedanken, dass wir, bewegt von Gottes Liebe, nah am Herzschlag Gottes, Anteil nehmen und geben. Sowohl an dem, was Gott uns geschenkt und anvertraut hat als auch an dem, was unsere Partner mit uns teilen möchten.

Die Allianz-Mission, der neue Träger der FeG Auslandshilfe, hat viele Kontakte und Erfahrungen im Bereich der partnerschaftlichen Zusammenarbeit und Unterstützung von Gemeinden im Ausland weltweit. Im Hinblick auf Ost- und Südosteuropa möchte die Auslandshilfe auch die internationale Zusammenarbeit in der IFFEC („Joining hands for mission in europe“) unterstützen.

Ich bin dankbar für das große Engagement der vielen Unterstützerinnen und Unterstützer der FeG Auslandshilfe. Gerade wird in einer FeG ein Spielplatz für Waisenkinder und Kriegsflüchtlinge in der Ukraine gebaut. Andere Gemeinden unterstützen die Arbeit mit jungen Müttern und ihren Säuglingen in der Einrichtung „Lebenszeichen“ in Rumänien. Mitglieder verschiedener Gemeinden unterstützen das Förderzentrum für behinderte Kinder „Zeichen der Liebe“ in Bulgarien und gründeten kürzlich dafür einen Förderverein. Ebenso gründete ein Arzt einen Förderverein für die Klinik „Zeichen der Hoffnung“ in Bulgarien. Das sind nicht nur für unsere Partnergemeinden, sondern auch für uns Zeichen der Liebe, die Hoffnung machen.

Ich habe mit dem Bild des gemeinsamen Essens an einem Tisch begonnen und möchte damit auch schließen: Gott lädt uns ein zu seinem Fest, lasst uns gehen,
heißt es in einem Lied. Das gilt auch für die FeG Auslandshilfe zusammen mit den Gemeinden, für die wir Partner sind – in Deutschland und Europa.

Samuel Pienkny ist Leiter der FeG Auslandshilfe in der Allianz-Mission

Der Artikel ist in unserem Magazin move (August – Oktober 2025) erschienen.