Die Veränderungen des Klimas fordern Veränderungen in der Landwirtschaft. Manuel Müller investiert sich in Mali in junge Christen, ihre Erntefelder und Jesus-Beziehung.
Was schwebt dir vor, wenn du von Schöpfungsbewahrung hörst? Militante Ökos in den Gemeinden? Veganismus? Pantheismus oder Esoterische Strömungen? Ich persönlich verbinde damit ein zentrales Motiv der Bibel: die Versöhnung. Die Versöhnung zwischen Gott und Mensch, Mensch und Mensch, des Menschen mit sich selbst und mit der Schöpfung. Ist ein Element unausgewogen, ist das ganze Konzept „Versöhnung“ im Ungleichgewicht und wenig resilient.
Durch einen nachhaltigen Lebensstil können wir dazu beitragen, dass der Artenreichtum weniger schnell ausradiert wird. Wir können selbst ein Stück von Gottes Reich hier auf Erden Raum und Farbe gewinnen lassen. Wie kann das ganz praktisch aussehen? Für meine missionarische Tätigkeit habe ich folgende Mitwirkungsmöglichkeit gefunden: Das Projekt Beersheba Mali hat zum Ziel, engagierten jungen Christen in einer Kurzausbildung Prinzipien nachhaltiger Landwirtschaft und Jüngerschaft zu vermitteln. Wir wollen diese als Multiplikatoren befähigen, ein Licht in ihrem Umfeld zu sein und Gemeinschaften zu begleiten, ihren Schöpfer kennenzulernen und dabei wirtschaftlich unabhängig zu sein.
Geplant ist, mit zwölf Trainees vier Monate auf dem Land Leben zu teilen, Landwirtschaft zu betreiben und Jüngerschaft zu leben. So können sie im Anschluss in ihren zum Teil noch unerreichten Heimatregionen Glaubenszeugnisse in Wort und Tat leben. Während wir als aktuell dreiköpfiges Pionier-Team in der prallen Sonne Gärten anlegen, zitiert unser Techniker immer wieder: “Beersheba hat mein Leben verändert. Mein Leben ist ein anderes und die Bibel spricht direkt zu mir”. Wir wollen mehr solcher Zeugnisse hören, wenn die Ausbildung losgeht. Sehr dankbar sind wir, dass seit diesem Sommer auf dem Gelände auch Gebäude dafür zur Verfügung stehen.
Es ist ein Lernprozess, Gemeindemitglieder zu sensibilisieren, Lerninhalte zu dosieren und abzuwägen und Versöhnung in all seinen Dimensionen in der Praxis zu erleben. Das gilt auch für unser Miteinander mit der Bevölkerung, den Teambuilding-Prozess und die zahlreichen praktischen Herausforderungen. Möge Gott Türen öffnen für die nächsten Schritte bei Beersheba Mali und Menschen vorbereiten.
Manuel Müller ist Missionar in Mali
Der Artikel ist in unserem Magazin move (August – Oktober 2025) erschienen.
