Bozhidar ist das zweite Kind in der Familie. Er kommt aus einer christlichen Familie und sein Name bedeutet in Bulgarisch ein Geschenk von Gott. Er hat einen älteren Bruder, der mehrfach behindert ist und unser Tageszentrum besucht. Die Freude über ein Kind ohne körperliche Behinderung war in der Familie sehr gross, aber mit der Zeit stellte man fest, dass Bozhidar Verhaltens- und Sprachstörungen hat. Die Angst der Familie, ein zweites behindertes Kind zu haben, war so gross, dass sie sich allmählich in die Unfähigkeit verwandelte, Bozhidars Verhalten zu kontrollieren, ihm Grenzen zu setzen und ihm beizubringen, mit altersgerechten Wortschatz umzugehen.
Das Kind benutzte Babysprache oder fremdsprachige Wörter, die es von Fernsehen gelernt hatte und nutzte sie nicht bestimmungsgemäß. Die Hoffnung der Familie auf ein normales Kind begann zu schwinden, und die Möglichkeit, dass Bozhidar zur Schule geht und wie „die anderen Kinder“ sein würde, schien immer unwahrscheinlicher.
Als das Kind in Zentrum für Gesellschaftliche Unterstützung aufgenommen wurde, zeigte es ein hyperaktives Verhalten, konnte seine Aufmerksamkeit nicht lange auf ein Objekt oder Spiel halten, beantwortete Fragen nicht angemessen, sprach die meisten Laute nicht richtig aus und seine Sprache war für andere unverständlich. Die Eltern hatten grosse Angst, dass Bozhidar geistig behindert ist.
Während der Arbeit mit der Logopädin wurde die Sprache des Kindes deutlich verbessert. Bozidar begann Regeln und Grenzen zu respektieren. Er hört den Anweisungen der Fachkräfte zu, versteht und führt die ihm zugewiesenen Aufgaben problemlos aus.
Bozhidar antwortet angemessen auf Fragen, kann bei Schwierigkeiten Fragen stellen und Hilfe suchen. Das Kind spricht die meisten Laute richtig und verständlich aus. Bozhidar besucht einen Kindergarten und nächstes Jahr geht er in erster Klasse für normalbegabte Kinder. Die Eltern sind dankbar für die Unterstützung, die sie in unserer Einrichtung bekommen.
