Powerfrau und humanitärer Hauskreis in Athen

Powerfrau und humanitärer Hauskreis in Athen

Samuel Pienkny, Leiter der FeG Auslandshilfe berichtet:

Bei meinem ersten Besuch in Griechenland durfte ich erfreut feststellen, dass das Wetter gut, das Essen köstlich und die Atmosphäre in Athen entspannt war. Am meisten berührten mich jedoch nicht die Umstände, sondern die Menschen vor Ort, die ich treffen und mit denen ich sprechen durfte. Ich war im Altersheim „Lois“ untergebracht, das sich an einem ruhigen Ort mitten in der Stadt befand. Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt. Gerne möchte ich von zwei Begegnungen berichten, denn es sind die Begegnungen mit den Menschen, von denen wir lernen und die auch zu Hause in Deutschland eine Bereicherung sein können.

Zunächst möchte ich von Efi berichten. Sie ist die Leiterin der Tagespflege in Athen, die seit Jahren von der Auslandshilfe der FeG unterstützt wird. Sie ist eine Powerfrau mit viel Herz und Einfühlungsvermögen für die Menschen, mit denen sie arbeitet. Sie sagte mir, es sei verwunderlich, aber sie habe die Menschen, mit denen sie arbeitet, richtig lieb. Und das spürte ich ihr ab. Zusammen mit einer Kollegin macht sie Hausbesuche bei älteren Menschen, die Unterstützung im Alltag benötigen. Sie erzählte mir von einer Frau, deren Mann an Demenz erkrankte, die aber zu wenig finanzielle Mittel hatte, um sich eine mobile Pflege leisten zu können. Efi versorgte den Mann trotzdem über Monate hinweg, weil sie spürte, wie verzweifelt die Frau war. Später sagte die Frau zu Efi, sie sei in dieser Zeit wie ein Engel für sie und ihren Mann gewesen. Ist es nicht genau das, was zählt? In unserer Arbeit oder im Privaten – anderen etwas Gutes zu tun. Einfach so, weil man es möchte. Das ist wahre Nächstenliebe. Efi setzt sich ebenfalls dafür ein, mit einigen ihrer Klientinnen und Klienten den „extra Mile“ zu gehen. Sie unternimmt mit ihnen Ausflüge zu bedeutsamen Orten, macht Dinge, die sie schon lange machen wollten, oder ist einfach da, hört zu, packt mit an und begleitet sie. Anbei finden Sie einige Fotos mit Erklärungen zu ihrer bewegenden Arbeit.

Die zweite Begegnung, die mich tief berührte, war die mit einem Hauskreis voller unterschiedlicher Menschen, die sich in Taten der Nächstenliebe zu einer Einheit zusammenschlossen. Aufgrund der jedes Jahr im Sommer wütenden Feuer in Griechenland bedarf es immer wieder der Solidarität vieler Menschen, um diejenigen aufzufangen, die alles im Feuer verloren haben. Die Verbundenheit in der Not schuf eine Verbundenheit nach der Not. Aus diesen humanitären Hilfsaktionen heraus bildete sich ein Hauskreis. Heute hat sich dieser zu einer kleinen Gemeinde entwickelt, die immer wieder die Möglichkeit hat, missionarisch tätig zu sein. Eine junge Frau berichtete, dass sie die liebevolle Ausstrahlung der Helferinnen und Helfer, ihre tatkräftige Anteilnahme und das freudige Miteinander so sehr prägten, dass sie den Schritt wagte und Teil des Hauskreises und später der Gemeinde wurde. Da sie zu diesem Zeitpunkt Soziale Arbeit studierte, gab das Mitanpacken ihrem Leben eine neue Richtung. Heute arbeitet sie als Sozialarbeiterin für eine christliche Pflegeeinrichtung.

Es sind diese Begegnungen mit Menschen, die anderen liebevoll und barmherzig begegnen, an die ich mich erinnern möchte. Es sind die Gespräche, die freundlichen Worte, die bewegenden Geschichten und die erfüllten Blicke, an die ich mich erinnern möchte.

Danke, Griechenland!