Wiebke Schmidt-Holzhüter war in all den Jahren als Missionarin auf den Philippinen immer wieder mit der Zerbrechlichkeit ihres Körpers konfrontiert. Für sie bringt Mission gesundheitliche Kämpfe mit sich, doch auch darüber ist Jesus der Herr.
Auf was hatte ich mich nicht alles vorbereitet, als ich mich 2003 als Missionarin auf die Philippinen aufgemacht habe. Ich hatte über die philippinische Kultur und Politik gelesen, mich mit der religiösen Situation auseinandergesetzt, hatte mich mit dem Thema „Kulturschock“ befasst, der einen beim Eintauchen in eine so fremde Kultur und Sprache leicht überfällt, und so weiter. Alles sehr nützlich! Aber wenig vorbereitet war ich auf den harten Aufprall, als mich – noch ziemlich frisch im Land – ein Jeepney von hinten anfuhr und unsanft von meinem Motorrad stieß. Plötzlich sah ich mich konfrontiert mit gebrochenen Knochen, einem schlechten Gesundheitssystem und, ja, auch mit einem verunsicherten Vertrauen in meinen himmlischen Vater. Schließlich war ich doch losgezogen, um anderen von seiner Güte und Liebe zu erzählen. Wie soll das denn gehen, wenn er noch nicht einmal auf mich aufpasst?
Menschen bewegen – Welt verändern? Pustekuchen!
Mission und Gesundheit – das scheint nicht wirklich zusammenzugehören in einem tropischen, unterentwickelten Land. Ich bin doch nicht auf die Philippinen gereist, um mit Durchfall auf der Toilette zu hängen! Wozu muss mir eine Mücke eine chronische Krankheit injizieren? Macht es Sinn, auch im letzten Jahr monatelang aus dem geplanten Leben genommen zu sein, weil mich ein Motorrad anfährt? Wie oft fühle ich mich ausgebremst! Menschen bewegen – Welt verändern??? Pustekuchen!
Aber so abgehängt ich mich durch all die körperlichen Herausforderungen oft fühle, so sehr erlebe ich, dass ich in alledem vor allem abhängig bin von dem, der seinen Schatz in zerbrechliche Gefäße steckt. Nie hat er mich aus den Augen verloren, nie ist es ihm egal, wenn seine Kinder leiden. Aber dass ich ihm mein Leid klagen darf und seinen Trost erfahre, dass er mir mitten in Schmerz und Unwohlsein immer wieder neue Kraft und Zuversicht schenkt, das ist ein so wichtiges Zeugnis in einer Welt, in der so viele als Folge der gefallenen Schöpfung selbst krank sind und leiden.
„So sehr ich Krankheit, Schmerzen, Unfälle und das Gefühl des Ausgebremst-Seins hasse, so gut ist es, zu erleben, wie Gott mir darin begegnet und mich durchträgt.“
Es wird wohl ein Paradoxon bleiben: So sehr ich Krankheit, Schmerzen, Unfälle und das Gefühl des Ausgebremst- Seins hasse, so gut ist es, zu erleben, wie Gott mir darin begegnet und mich durchträgt. Ja, mein Vertrauen in ihn wächst dadurch. Und das umso mehr, wenn ich erlebe, dass seine Zeitpläne viel besser sind als meine und dass meine körperlichen Grenzen zu Gelegenheiten werden, andere zu Jesus einzuladen. Er weiß aus eigener Erfahrung, wie Schwäche und Leid sich anfühlen, hat Krankheit und Tod überwunden.
Wiebke Schmidt-Holzhüter ist Missionarin auf den Philippinen
Der Artikel ist in unserem Magazin move (Februar – April 2026) erschienen.
