Kenianische Missionare in Deutschland

Kenianische Missionare in Deutschland

Sechs kenianische Missionsanwärter erleben ihren Start in deutschen FeG-Gemeinden. Sie dienen jeweils zu zweit von September bis Dezember in Gummersbach, Extertal und Ettlingen. Ihre Erfahrungen bilden Grundlagen für einen zukünftigen Dienst in Deutschland.

Neue Kultur, andere Sprache, ungewohnte Gemeindestrukturen – für die sechs Kenianer begann ihr Aufenthalt in Deutschland wie ein Sprung ins kalte Wasser. „In der ersten Zeit: beobachten, zuhören, kommunizieren“, sagt einer von ihnen. Dieses Motto wurde schnell zur entscheidenden Orientierung.

Die ersten Begegnungen waren herzlich: Die Gemeinden freuten sich über ihre Ankunft, viele halfen beim Einleben, Mentoren begleiteten die Neuen. Doch neben Freundlichkeit traten auch Herausforderungen deutlich zutage. Sprachbarrieren erschwerten die Kommunikation, Abläufe in der Gemeinde wirkten ungewohnt, und junge Menschen traten eher zurückhaltend auf.

Auch der Glaube wird anders gelebt. In Deutschland treffen Menschen Entscheidungen für Jesus reflektiert. Bibelstellen dienen als verbindliche Grundlage. In Kenia hingegen wird Glaube oft spontan und vertrauensvoll gelebt – auch ohne tiefgehendes theologisches Wissen.

Vorbereitungen für den Dienst in Deutschland

Der Kulturunterricht, noch in Kenia, half, Unterschiede – etwa im Umgang mit Alkohol, Pünktlichkeit, persönlicher Distanz oder der oft sehr direkten deutschen Kommunikation – schon im Vorhinein besser zu verstehen. Dennoch bleibt Mission in einem fremden Land ein Prozess voller Unsicherheiten und kultureller Spannungen.

Trotz aller Herausforderungen eröffnen sich Chancen: persönliche Zeugnisse können weitergegeben, Begegnungen intensiv erlebt und neue Projekte – etwa Sportangebote für Jugendliche – umgesetzt werden. Gerade die Sportangebote werden als Brücken zwischen Kulturen und Generationen erlebt, wo wenig Sprache notwendig ist!

Die Praktikumszeit zeigt: Mission ist nicht nur Senden, sondern auch Ankommen – mit Zweifeln, Herausforderungen und tiefgreifenden Erfahrungen auf beiden Seiten. „Wir bringen etwas mit, aber wir empfangen auch“, sagen die kenianischen Missionsanwärter – und machen so die Vielfalt des Glaubens spürbar.

In ein bis zwei Jahren werden die sechs als Missionare nach Deutschland zurückkehren, um Gemeinden zu unterstützen oder neue Gemeinden aufzubauen. Sie werden auf die wertvollen Erfahrungen und einem besseren Verständnis für Kultur, Gemeinde und Menschen in Deutschland aufbauen können.

Neue Praktikumsplätze gesucht

Auch im Jahr 2026 suchen wir FeGs, die ausländische Missionsanwärterinnen und -anwärter für 2-3 Monate aufnehmen. Interessierte Gemeinden können sich bei Michael Hörder melden:

m.hoerder@allianzmission.de

Michael Hörder ist Referent für Migration und Integration

Der Artikel ist in unserem Magazin move (Februar – April 2026) erschienen.