Gott ist der Größte

Gott ist der Größte

Wo sich kaum Gemeinden oder Kirchen befinden, ist Evelyn Clement unter der Leitung von Murat Yulafci mit einer kleinen Gruppe hingereist: ein Land in Osteuropa. Dort haben sie eine Weihnachtsfeier unterstützt und Gottes Schutz erlebt.

Vor der Tür stehen ein paar Dutzend Polizisten. Ich bemerke nichts von ihnen, sondern bin im Bürgerhaus der Stadt voll in den Vorbereitungen für unseren Weihnachtsgottesdienst vertieft. Wir sind zu neunt unter Leitung von Murat Yulafci angereist, um die hier ansässige Gemeinde des mit Murat befreundeten Missionarsehepaars zu unterstützen. In der ganzen Stadt haben sie mit ihrer Gemeinde Plakate aufgehängt. Unser gemeinsamer Wunsch ist es, dass die Menschen vor Ort das Evangelium hören.

Gott ist der Größte

Früh am Morgen erklingt im ganzen Land aus den Lautsprechern der Moscheen das „Allahu akbar“ (deutsch: „Gott ist der Größte“/ „Allah ist größer“) der Muezzin. Die Muslime werden hiermit zum Gebet gerufen. Viele Menschen sind traditionelle Muslime. Die meisten würde man an ihrer Kleidung nicht als solche erkennen und auch die wenigsten Frauen tragen eine Hijab (Kopftuch). Die Zahl der Christen wird auf knapp über der 0%-Grenze geschätzt. Das Land steckt seit Jahren in politischen Prozessen, die immer wieder ins Stocken kommen. Trotz guter wirtschaftlicher Leistung verliert die Währung immer mehr an Wert. Deshalb legt die Bevölkerung kaum Geld an, sondern gibt lieber das aus, was sie hat: zum Beispiel für den Hausbau.

In einem kleinen Dorf nahe der Stadt begrüßen uns die Missionare im neuen Gemeindegebäude. Hier verbringen wir die nächsten Tage vor der Weihnachtsfeier am 28. Dezember. Wir üben Weihnachtslieder, bereiten ein Anspiel vor und beten gemeinsam. Zudem besuchen wir biblische historische Orte und staunen über die frühe Missionsgeschichte.

Am Sonntag der Feier freuten wir uns über rund 50 Gäste und gute Gespräche im Anschluss. Kurz zuvor waren Dutzende Terroristen verhaftet worden, die es sich zum Ziel gemacht hatten, Weihnachtsund Neujahrsfeiern zu attackieren. Wir sind dankbar für Gottes Treue und seinen Schutz, die all diese guten Begegnungen möglich gemacht haben – ohne Gewalt.

Kurz vor dem Abflug befinden wir uns in Hotelzimmern in der Hauptstadt. Der Adhan „Allahu akbar“ erklingt wieder aus der Moschee direkt neben uns. Juli, eine der Teilnehmerinnen und ich beginnen „Awesome God“ („Großartiger Gott“) zu singen. Unser Gott ist größer.

Evelyn Clement (Redaktionsleitung, rechts im Bild) und Murat Yulafci (Bereichsleiter Kaukasus, 5. v.l.)

Der Artikel ist in unserem Magazin move (Mai – Juli 2026) erschienen.