Hoffnungspuzzlen für Kinder

Hoffnungspuzzlen für Kinder

Unser Straßenkinder-Projekt in Manila auf den Philippinen muss umziehen. Deshalb sammelten wir im Winter für unser „Hoffnungsgrundstück“ Spenden. 680.000 € – Grund zum Feiern!

Wenn ich an unsere Familienzeiten denke, habe ich automatisch ein Puzzle vor Augen. Es liegt irgendwo – und irgendwann fängt jemand an. Die einen sortieren die Randstücke, andere Farben und Formen. Manchen reicht es, wenn sie zwei Teile gefunden haben, andere vergessen darüber Raum und Zeit. Diese Puzzles haben erstaunliche Anziehungskraft. Selbst diejenigen, die nach zwei – oder auch gar keinem – gefundenen Teilen schon genug haben, sitzen gerne dabei. Denn beim Puzzeln entstehen oft die besten Gespräche. Und irgendwann ist es fertig. Und so sehr wir feiern, wenn jemand ein schwer zu findendes Teil entdeckt, ist es am Ende nicht wichtig, wer welches Teil gelegt hat, sondern dass das vollständige Bild aus vielen Beiträgen entstanden ist.

Das Fundraising für das Hoffnungsgrundstück habe ich in den letzten Monaten genauso erlebt. Wie bei einem Puzzle stand am Anfang eine Vision: ein Ort
der Hoffnung für verwahrloste Kinder – ja, mehr noch: Hoffnung für ein ganzes Stadtviertel im Elend.

Mutige Partner

Und dann sind ganz unterschiedliche Menschen eingestiegen, haben sich beteiligt und Verantwortung übernommen. Die philippinischen Mitarbeiter des Pag-asa Projekts, die schon jetzt täglich die herausfordernde Arbeit tun, die die große Not sehen und noch mehr Kinder erreichen wollen. Ein Verkäufer, der uns beim Kauf des Grundstücks den Vortritt und einen Vorzugspreis gibt. Die Leitung der Allianz-Mission, die sich mutig darauf einlässt, ein finanziell so schwergewichtiges Projekt anzugehen. Und dann unglaublicherweise die über 1.000 Spender, die sich an diesem „Fundraising-Puzzle“ beteiligt haben.

Das Ergebnis ist weit mehr als die anfangs angedachte Ziel-Summe (680.000 € innerhalb von drei Monaten!!). Es ist gemeinsame Beteiligung am Reich Gottes, gemeinsam gelebte Liebe, gemeinsam gestaltete Wirkung. Und in allen Gesprächen eine staunende Dankbarkeit über all die vielen Wunder und Beiträge.

Ein Puzzle ist normalerweise fertig, wenn das letzte Teil liegt. Aber dieses hier ist anders. Das Grundstück ist gekauft – aber das Bild wächst weiter. Mit jedem Kind, das Hoffnung erfährt. Mit jedem Schritt, der dieses Viertel verändert. Und vielleicht dürfen wir noch viele weitere Teile gemeinsam einsetzen.

Wiebke Schmidt-Holzhüter ist Missionarin auf den Philippinen

Der Artikel ist in unserem Magazin move (Mai – Juli 2026) erschienen.