Damit Kinder eine biblische Grundlage für ihren Glauben an Jesus Christus erhalten, arbeitet Glaube jung & stark in Südostasien mit lokalen Gemeinden zusammen und rüstet sie aus – unterstützt durch ein Kindergottesdienstmaterial in verschiedenen Landessprachen.
An einem Samstagabend Mitte Januar dieses Jahres: Gespannt warten wir auf eine Nachricht von Nem, unserer lokalen Mitarbeiterin. Wieder einmal ist sie im Krisengebiet unseres Ziellandes in Südostasien unterwegs. Seit fünf Jahren herrscht im Land Bürgerkrieg. Im Vorfeld hat Gott erneut Frieden zur Reise geschenkt. Nem folgt der Einladung von Gemeinden, um Kindermitarbeitende zu schulen und sie in das von unserem Dienst „Glaube jung & stark“ entwickelte Kindergottesdienstmaterial einzuführen. Dann kommt die kurze, aber erleichternde Nachricht: „Ich bin gut angekommen.“ In den folgenden Tagen wächst das Interesse an der Schulung unerwartet stark. Schließlich entscheidet Nem, die Teilnehmenden auf zwei Seminare zu verteilen – eines tagsüber, eines Abends – fünf Tage lang. Ein echter Marathon. Wieder staunen wir über den Eifer dieser Geschwister. Vielleicht gerade durch die Krise bedrängt, investieren sie umso mehr in
die nächste Generation. Sie möchten ihre Kinder im Wort Gottes verwurzeln, damit sie – noch jung – einen starken Glauben entwickeln.
Wie alles begann
Ende 2018 erhielt unser Dienst – damals noch in einer Großstadt Ostasiens ansässig – die Anfrage eines langjährigen Missionspartners: „Würdet ihr uns die Rechte für die landessprachliche Übersetzung geben?“ Schon lange lag uns dieses Zielland am Herzen, doch ein Alleingang war unmöglich. Umso dankbarer waren wir für diese Initiative. Die fast ausschließlich asiatisch geprägte Missionsorganisation hatte bereits vier der inzwischen zwölf Übersetzungen unseres Materials angestoßen. Aus dieser gewachsenen Zusammenarbeit entstand ein tragfähiger Ansatz: eine gemeinsame Erstinvestition in die Übersetzung, die Suche nach lokalen Partnern für die Veröffentlichung sowie mehrere Besuche unsererseits, um Multiplikatoren auszurüsten, die schrittweise Verantwortung übernehmen. So kann
die Arbeit nachhaltig multipliziert werden.
Wenn viele mittragen
Der Dienst im Zielland ist eines von mehreren Beispielen. Dass das Projekt trotz Pandemie, anhaltenden Bürgerkriegs, eines Erdbebens und persönlicher Schicksalsschläge fortschreitet, ist ein Wunder. Noch ist Unterstützung von außen notwendig, sowohl inhaltlich als auch finanziell. Das Land leidet unter hoher Inflation, beschädigter Infrastruktur und politischer Instabilität. Christen werden vielerorts mit der Opposition gleichgesetzt und benachteiligt. Und dennoch erleben wir Gemeinden, die ihren Teil beitragen, um der Kinder willen. Besonders beeindruckt uns der Einsatz einer Minderheit im Land, die beabsichtigt, das Material in ihre eigene Sprache zu übersetzen. Einhundert Gemeinden erhoben ein Sonderopfer, um dies zu ermöglichen.
Heute ist das 16-bändige Material für Kinder von 4 bis 11 Jahren nicht nur in der Landessprache erhältlich, sondern auch nahezu vollständig in dieser Minderheitensprache. Was für Einzelne unerreichbar gewesen wäre, wurde durch gemeinsames Handeln zur Wirklichkeit.
Mehr als die Summe
In den vielen Jahren unseres Dienstes erkennen wir immer wieder, wie Gott Menschen verbindet, Verantwortung verteilt und Kräfte bündelt. Die Gleichung „1 + 1 = Viele“ beschreibt für uns kollaborative Mission. Wenn internationale und lokale Partner einbringen, was ihnen anvertraut ist, entsteht etwas, das keiner allein hätte bewirken können. Es ist ein Vorrecht, Teil dessen zu sein, was Gott gemeinsam wachsen lässt.
Unsere Mitarbeiterinnen arbeiten verdeckt in Asien.
Der Artikel ist in unserem Magazin move (Mai – Juli 2026) erschienen.
