In den engen Vororten von Kampala, Ugandas Hauptstadt, lebt Martin mit seiner Familie ein einfaches Leben. Die kleinen Häuser stehen dicht beieinander, und der Alltag spielt sich größtenteils auf der Straße ab. Seine Mutter verdient etwas Geld, indem sie kleine Fische röstet und verkauft – doch oft reicht es kaum für die Familie.
Martin ist 24 Jahre alt und hat es trotz vieler Hindernisse geschafft, als Erster in seiner Familie die Schule abzuschließen. Nach einem schweren Unfall in seiner Kindheit wurde er viele Jahre im Reha-Zentrum behandelt und musste zahlreiche Operationen über sich ergehen lassen. Bis heute ist es für ihn schwer, lange zu stehen oder weite Wege zu gehen. Dennoch gibt er nicht auf: In einer kleinen Elektronikwerkstatt verdient er sich seinen Lebensunterhalt.
Martin ist nicht mehr mutlos. „Ich habe Gott. Das Gebet ermutigt mich immer wieder“, erzählt er freudestrahlend. Seine Mutter hatte sich schon vor Jahren von ihrem Mann getrennt, der ein traditioneller Heiler ist. Seitdem war das Leben sehr schwierig für die Familie. Auch Martin hatte lange keinen Kontakt zu seinem Vater und war ärgerlich, dass er ihm nicht geholfen hat, als er in medizinischer Behandlung war. Inzwischen hat Martin ihm vergeben und sie telefonieren ab und zu. Seit einiger Zeit kommt nun auch Martins Mutter in den Gottesdienst und hat durch den Glauben und die Gemeinde neue Hoffnung geschöpft.
Ute Rüdiger, Missionarin in Uganda und Tansania
Der Artikel ist in unserem Magazin move (Mai – Juli 2026) erschienen.
