Die Hürde im Kopf

Die Hürde im Kopf

In den Slums von Paraguay habe ich Mercedes kennengelernt. Zusammen mit einigen ihrer Kinder und Enkelkinder lebt sie schon viele Jahre hier. Sie erzählt mir vom täglichen Leben und Überleben, vom Streit und der Hoffnung, dass es ihre Enkelkinder einmal besser haben werden.

Vor einigen Wochen hat sich Mercedes taufen lassen. Ihr Gesicht strahlt, als sie mir davon erzählt. In diesem Slum ist sie die erste Frau, die an diesem hoffnungslosen Ort neues Leben in Christus gefunden hat. Wenn sie jetzt sonntags in den Gottesdienst einer Gemeinde in der Nachbarschaft geht, nimmt sie regelmäßig eine Schar von Kindern mit, die ebenfalls im Slum wohnen. Das ist so wichtig, denn Armut ist viel mehr, als materiell mit wenig klarkommen zu müssen. Die viel größere Hürde verfestigt sich im Kopf und im Herz der Menschen. An sich glauben, sich selbst in Würde ansehen, Verantwortung übernehmen …Neues Leben in Christus schafft die Voraussetzung, dass eine tiefere Veränderung möglich ist.

Thomas Schech nach einem Besuch in Asunción, Paraguay

Der Artikel ist in unserem Magazin move (August – Oktober 2026) erschienen.