Anfang des Jahres unterstützen ehrenamtliche Helfer aus Deutschland und Kenia durch einen Bau- und Renovierungseinsatz unsere Projekte in Kenia. Daniel Kroppach sieht den Wert dieser Teamarbeit nicht nur im handwerklichen Ergebnis, sondern auch in der Begegnung.
Missionsteams begegnen nicht selten einem Klischee, das vermutlich einen wahren Kern hat. Auch in der Vorbereitung des Teams, das im Februar in Kenia war, wurde das deutlich. Auf die Bitte um praktische Unterstützung für benötigtes Material erhielten wir Absagen, die die Sinnhaftigkeit des Vorhabens mit frommen Argumenten infrage stellte. Dem liegt oft die unausgesprochene Annahme zugrunde, ein Team komme nur deshalb, weil man den Einheimischen die Aufgabe nicht zutraue. Eine solche Haltung wäre tatsächlich eine problematische Motivation. Unser Antreiber war jedoch ein anderer: der Teamgedanke als gelebte Gemeinschaft, in der ein deutsches und ein kenianisches Team einander begegnen und voneinander lernen.
Gerade in dieser Begegnung liegt für mich der eigentliche Wert solcher Einsätze. Unser deutsches Team war in seiner Zusammensetzung besonders eindrücklich: Menschen zwischen Mitte zwanzig und Ende siebzig, aus unterschiedlichen Orten, Gemeinden und mit verschiedenen Lebensgeschichten. Ein Teilnehmer, ehemaliger Syrienflüchtling, brachte seine Erfahrungen aus einem muslimischen Kontext mit ein. So wurde das Team selbst zu einem kleinen Bild der Vielfalt, in der Gott Menschen zusammenruft und gebraucht.
Wir haben in unseren Projekten „Nest“, bei „BigShip“ und an der „Ark School“ viel geschafft. Doch die eigentliche Frucht solcher Tage liegt nicht nur in der geleisteten Arbeit. Entscheidend sind die Beziehungen, das gemeinsame Erleben und das wechselseitige Lernen. Momente, in denen Gottes Wirken mitten unter Menschen sichtbar wird.
Am Ende bleibt genau das: Die Arbeit hätte man anders erledigen können. Aber die Begegnungen im Team und vor Ort sind es, die bleiben, prägen und verändern.
Steffi und Daniel Kroppach sind Missionare in Nairobi, Kenia
Der Artikel ist in unserem Magazin move (August – Oktober 2026) erschienen.
