In manchen Ländern Osteuropas haben sich neben zunehmend eingeschränkter Meinungsfreiheit die Herausforderungen für Gemeinden vervielfältigt. Ein Pastor gibt Einblick, was es jetzt braucht. Zeit und Umstände stellen die Kirche und den Missionsdienst vor neue Herausforderungen. Was gestern erfolgreich war, muss heute neu überlegt werden. Scheinreligiosität Die Staatsreligion in unserem Land erweist den Menschen einen “Bärendienst“. …
In manchen Ländern Osteuropas haben sich neben zunehmend eingeschränkter Meinungsfreiheit die Herausforderungen für Gemeinden vervielfältigt. Ein Pastor gibt Einblick, was es jetzt braucht.
Zeit und Umstände stellen die Kirche und den Missionsdienst vor neue Herausforderungen. Was gestern erfolgreich war, muss heute neu überlegt werden.
Scheinreligiosität
Die Staatsreligion in unserem Land erweist den Menschen einen “Bärendienst“. Sie sagt kaum etwas über die Heiligkeit des Lebens aus, so gut wie nichts über Wiedergeburt und erschwert damit Menschen den Zugang zum Himmelreich. Daher glauben viele, dass eine rein formale Kirchenmitgliedschaft genügt.
Die lebendige Gemeinde Gottes muss heute den Menschen die Wahrheit über die Sündhaftigkeit des Menschen und die Notwendigkeit der Erlösung vermitteln und die Botschaft von der Wiedergeburt verkünden, ohne die der Eintritt in das Reich Gottes unmöglich ist.
Autoritätsverlust
Von Familien bis hin zu Politikern ist ein Autoritätsverlust zu beobachten. Folglich verfestigt sich immer mehr die Vorstellung, dass es keine absolute Wahrheit gibt. Während unsere Großväter, Väter und die Gesellschaft als Ganzes zumindest eine gewisse Ehrfurcht, Frömmigkeit und Gottesfurcht besaßen, stehen heute die Autorität Gottes und der Bibel in Frage.
Die Gemeinde sieht sich heute zunehmend gezwungen, Menschen als „Heiden“ anzusprechen, die weit von Gott entfernt sind. Es ist notwendig, neu zu erklären, dass Gott existiert, die Bibel das Wort Gottes und Autorität ist, jeder vor Gott Rechenschaft ablegen wird und der einzige Weg zur Erlösung Jesus Christus ist.
Veränderte Kommunikationsformen
Die Kommunikation zwischen Menschen, insbesondere unter der jüngeren Generation, hat sich in die virtuelle Welt verlagert. „Gespräche“ finden über kurze Textnachrichten statt, Nachrichten werden über kurze Videos konsumiert. So fällt es der jüngeren Generation zunehmend schwer, Vorlesungsinhalte oder tiefgründige und längere Predigten und Reden zu verstehen.
Wir müssen die modernen Trends berücksichtigen und Wege finden, junge Menschen über soziale Medien durch kurze, aber aussagekräftige Worte, kurze Zeugnisse und kurze Überblicke über aktuelle dringende Themen zu erreichen. Dies erfordert den Willen, fähige Menschen, Erfahrung und Gottes Segen.
„Betet auch für mich, dass mir die richtigen Worte gegeben werden, damit ich meinen Mund auftue, freimütig das Geheimnis des Evangeliums zu verkünden.“
Epheser 6,18-19
Wir dürfen aber auch die bisherige Form der Evangelisierung und Seelsorge nicht aufgeben, da sie nach wie vor von vielen Menschen benötigt wird.
Okkulte Lasten
Immer mehr Besucher unserer Gemeinde sind von okkulten Einflüssen belastet. Leider wurde dieses Thema bisher nicht ausreichend behandelt. Heute gibt es nur noch wenige Kirchenväter und Lehrer, die die Realität der geistlichen Welt des Bösen und die Methoden der geistlichen Kriegsführung kennen. Es gibt zudem wenige, die Wege aufzeigen, wie man helfen und sie von okkulten Lasten der Vergangenheit befreien kann. Evangelisten und Pastoren müssen zumindest die Grundlagen dieser Wahrheiten kennen.
Unter vielen anderen kann die Gemeinde in meinem Land diesen Herausforderungen nur mit der Hilfe des Herrn und der Kraft des Heiligen Geistes begegnen. Wir brauchen Gebet und festen Glauben, tiefe Hingabe an den Herrn und müssen füreinander beten. Möge der Herr uns allen helfen, unsere Aufgabe und den Missionsbefehl Jesu Christi zu erfüllen.
Der Autor ist Pastor in einem osteuropäischen Land mit eingeschränkter Meinungsfreiheit.
Der Artikel ist in unserem Magazin move (Februar – April 2026) erschienen.



