Frauen stärken – Familien heilen

Frauen stärken – Familien heilen – Vietnam

Vietnam ist nicht nur landschaftlich, sondern auf den ersten Blick auch gesellschaftlich ein beeindruckendes Land. Doch hinter dieser erfolgreichen Fassade verbirgt sich eine ganz andere Realität.

Ein großes Problem in der vietnamesischen Gesellschaft ist häusliche Gewalt. Leider gehört es für viele Frauen und Kinder zu ihrem ganz alltäglichen Leben dazu, von ihren Ehemännern beziehungsweise Vätern misshandelt zu werden.

Dem möchte das Projekt „Frauen stärken – Familien heilen“ durch Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen in der Öffentlichkeit und in Schulen entgegenwirken.

Regierungsbeamte und Leiterinnen der Frauenunion werden nach biblischen Prinzipien geschult.

Frauenbeauftragte werden durch Kommunikationstraining als lokale Multiplikatoren ausgebildet

Schulkinder lernen die Wertschätzung beider Geschlechter und wie man sich selbst verteidigt

Selbsthilfegruppen, die sichere Orte für Frauen schaffen, werden aufgebaut und ausgebildet

die ganze Dorfgemeinschaft wird durch Familienfeste, Podiumsdiskussionen und Kurse einbezogen

Häusliche Gewalt

Ungezählte vietnamesische Frauen und Kinder erleben in ihren eigenen Familien systematische, fortgesetzte Gewalt. Besonders grausam ist dabei, dass die Ursachen dieses Leides seit Generationen so tief in den gesellschaftlichen Normen verwurzelt sind, dass Gewalt von den Betroffenen – den Opfern wie auch den Tätern – als ganz normaler Teil des persönlichen Lebensschicksals empfunden wird.

So ist es zum Beispiel leider nicht unüblich, dass betrunkene Ehemänner ihre Kinder schlagen und ihre Frauen zum Sex zwingen.
Oder, dass Frauen teilweise deutlich mehr arbeiten als Männer, aber kein Mitbestimmungsrecht haben und ihnen nur für die Geburt von Söhnen gesellschaftlicher Status zusteht.
Oder auch, dass sich Frauen schämen, weil ihre Männer fremdgehen – und damit zeigen, dass sie zuhause nicht bekommen, was ihnen „zusteht“.

Die harte Realität: Jedes vierte Kind erlebt Gewalt in der Familie oder auf dem Schulweg. 40 % aller Frauen werden Opfer häuslicher Gewalt. Und niemand spricht darüber.

Kein selbstbestimmter Alltag

Ganz grundsätzlich verbirgt sich hinter der erfolgreichen Fassade des Landes eine ganz andere Realität: Für Millionen besteht das Übel der Armut in der Verborgenheit der ländlichen Regionen weiter.

Gleichzeitig ist der Lebensalltag der Menschen weiter von ihrer traditionellen Prägung bestimmt: Immer noch verehren fast 100 % der Familien ihre verstorbenen Vorfahren am heimischen Altar. Immer noch betet das ganze Land regelmäßig zu vielerlei Geistern und Göttern.

All das macht ein selbstbestimmtes Leben quasi unmöglich.

Bewusstsein schaffen

Das Thema Gewalt ist ein sehr sensibles, eigentlich sogar ein Tabuthema. Nur über Jahre aufgebaute Vertrauensbeziehungen und Partner, die Frauenunion vor Ort, machen es möglich, die Thematik trotzdem anzugehen.

Denn das tut das Projekt – das Thema angehen, ansprechen, ein Bewusstsein für das erschreckende Ausmaß der Missstände und für das tägliche Leiden von Frauen und Kindern schaffen. Familiengewalt darf nicht länger als Privatsache verharmlost werden!

Weiterentwicklung auf allen Ebenen

Auf unterschiedlichen Ebenen sollen verschiedene Maßnahmen ein selbstbestimmteres und sichereres Leben für Frauen und Kinder ermöglichen:

  • 40 örtliche Regierungsbeamte und Leiterinnen der Frauenunion werden nach biblischen Prinzipien zu den Themen Gleichberechtigung, Ehe und Familiengewalt geschult
  • 30 Frauenbeauftragte werden durch Kommunikationstraining als lokale Multiplikatoren ausgebildet
  • 1.400 Schulkinder lernen im Unterricht und Sommerlagern, Mädchen genauso wertzuschätzen wie Jungs, und wie sie sich in Situationen drohender Gewalt schützen können
  • verschiedene Gruppen werden zu Dorfkomitees für den Schutz von Frauen und Kindern vernetzt
  • in 10 Dörfern werden Selbsthilfegruppen aufgebaut und ausgebildet, die sichere Orte für 400 Frauen schaffen
  • die ganze Dorfgemeinschaft wird durch Familienfeste, durch Podiumsdiskussionen zur Gleichberechtigung und durch Kurse zur Gewaltprävention in Familien einbezogen