Als viele flohen, entschied sich Yurii zu bleiben. Nur wenige Kilometer von der ukrainischen Front entfernt führt er Menschen zu Jesus: Mit Worten, Taten und vor allem tiefem Vertrauen. Mein Name ist Yurii. Ich diene als Pastor in Kramatorsk, einer Stadt im Osten der Ukraine – nur 14,5 Kilometer vom Kriegsgebiet entfernt. Täglich lebe ich …
Als viele flohen, entschied sich Yurii zu bleiben. Nur wenige Kilometer von der ukrainischen Front entfernt führt er Menschen zu Jesus: Mit Worten, Taten und vor allem tiefem Vertrauen.
Mein Name ist Yurii. Ich diene als Pastor in Kramatorsk, einer Stadt im Osten der Ukraine – nur 14,5 Kilometer vom Kriegsgebiet entfernt. Täglich lebe ich mit der Möglichkeit, zu sterben. Und doch weiß ich: Gott hat mich berufen, hier zu bleiben und zu dienen.
Jesus Christus, der größte Missionar aller Zeiten, kam in eine Welt, die von Besatzung geprägt war. Sein Volk stand unter römischer Herrschaft, und doch verkündete er das Reich Gottes. Auch die Ukraine erlebt Besatzung. Ich lerne von Jesus, wie man mitten in dieser Realität Licht sein kann.
Unsere Mission ist einfach und klar: Liebe Gott. Liebe deinen Nächsten. Liebe die Verlorenen.
Wir ermutigen jeden Christen in Kramatorsk, selbst ein Missionar zu sein. Unsere Mission ist einfach und klar: „Liebe Gott! Liebe deinen Nächsten! Liebe die Verlorenen!“ Diese Worte begleiten uns in jedem Gottesdienst. Mission beginnt dort, wo man lebt: auf der Arbeit, in der Schule, im Alltag. Wenn jede Christin und jeder Christ so lebt, verwandelt sich eine Stadt.
Doch der Krieg stellt uns vor schwierige Entscheidungen. Soll man gehen oder bleiben, wo Gefahr und Unsicherheit herrschen? Auch in mir kämpften Angst und Vernunft gegeneinander. Doch in dieser Zeit sprach Gott zu mir: „Dunkle und schwierige Zeiten sind der beste Ort, um das Evangelium zu verkünden, Menschen zu retten und neue Gemeinden zu gründen.“
Ich dachte an eine Kerze: Zündet man sie am helllichten Tag an, wird sie kaum jemand bemerken. Doch wenn es dunkel und kalt ist, sehen alle ihr Licht und spüren ihre Wärme. Dieses Bild half mir, meine Entscheidung zu treffen. Ich blieb in Kramatorsk – um in der Dunkelheit Licht zu sein.
Hilfe in der Not
Seither haben wir erlebt, wie Gott wirkt. Viele Menschen fanden in dieser schweren Zeit zum Glauben, und drei neue Gemeinden entstanden. Wir versuchen, den Menschen ganzheitlich zu dienen – so wie Jesus es tat: Er sah die Not und half, während er Gottes Wort verkündete.
Ich habe gelernt, dass Gott gerade in den dunkelsten Zeiten wirkt.
Als Evakuierungen nötig wurden, organisierten wir Busse, um Menschen in Sicherheit zu bringen. Auf diesen Fahrten predigte ich das Evangelium – und viele nahmen Jesus unterwegs als ihren Herrn an. Wir unterstützten Bewohner und Soldaten mit Schlafsäcken, Gasflaschen und ermutigenden Worten. Dank der Hilfe von Gemeinden in Deutschland konnten wir über 1.800 Fahrräder an Einwohner von Kramatorsk verteilen, damit sie sich trotz zerstörtem Nahverkehr fortbewegen konnten. Bei jeder Übergabe erzählten wir von der Hoffnung, die in Christus liegt.
So hören die Menschen zu, wenn wir zuerst ihre Bedürfnisse sehen und ihnen helfen. Sie öffnen ihre Herzen für das Evangelium, weil sie spüren: Unsere Worte sind begleitet von Taten der Liebe. Ich habe gelernt, dass Gott gerade in den dunkelsten Zeiten wirkt. Wenn es dunkel und kalt ist, sieht jeder das Licht einer Kerze. Ihre Wärme erreicht die, die in Kälte und Hoffnungslosigkeit leben.
Deshalb ermutige ich uns alle, nicht zu vergessen, wer der größte Missionar aller Zeiten ist: Jesus Christus, von dem wir lernen und dem wir nachfolgen sollen.
Yurii ist Pastor in Kramatorsk, Ukraine
Der Artikel ist in unserem Magazin move (Februar – April 2026) erschienen.



