Nachruf Elfriede Müller Elfriede Müller ist am 14. Juni 2026 im Alter von 89 Jahren verstorben. Sie war langjährige Mitarbeiterin der Neukirchener Mission in Tansania. Wir trauern mit ihren beiden Brüdern Ernst Müller und Gerhard Müller sowie Nichten und Neffen und erbitten für sie Gottes Beistand und Trost. Ihr Lebensweg Elfriede Müller wurde als drittes …
Nachruf Elfriede Müller

Elfriede Müller ist am 14. Juni 2026 im Alter von 89 Jahren verstorben. Sie war langjährige Mitarbeiterin der Neukirchener Mission in Tansania. Wir trauern mit ihren beiden Brüdern Ernst Müller und Gerhard Müller sowie Nichten und Neffen und erbitten für sie Gottes Beistand und Trost.
Ihr Lebensweg
Elfriede Müller wurde als drittes Kind der Familie Müller am 4.9.1937 geboren. Wegen des Krieges mussten die drei Geschwister zu Verwandten in unterschiedlichen Wohnorten in Deutschland geschickt werden, da Duisburg immer wieder Bombardierung erlebt hat. Damit waren viele Herausforderungen und Entbehrungen für die Kinder verbunden. Erst 1945 konnte die Familie wieder zusammengeführt werden und in der Zwischenzeit waren drei weitere Geschwister dazu gekommen.
Elfriedes Mutter hatte ein großes Herz für Menschen in Not. Elfriede durfte dadurch erleben, was es heißt, Jesus zu lieben und seinen Nächsten zu sehen. Die FeG Duisburg war die Heimatgemeinde der Familie. Der Weg zur Sonntagsschule war weit für die Kinder, deshalb wurden die Treffen kurzerhand in Wohnhaus verlegt und insgesamt für 30 Jahre bei Familie Müller zuhause durchgeführt, später kamen noch monatliche Bibelstunden dazu. Darüber hinaus waren Missionare der Neukirchener Mission oft zu Gast im Gottesdienst und haben von ihren Erlebnissen erzählt.

Mit 14 Jahren hörte Elfriede Müller Gottes Ruf in die Mission – wovor sie aber große Angst hatte. Aus diesem Grund erlernte sie den Beruf des Herren-Schneiders unter der Prämisse, dass Gott sie mit einem solchen Beruf wohl nicht gebrauchen könne. Aber Gott redete weiter zu Elfriede und zeigte ihr, dass sie nach Afrika gehen soll. Und so schlossen sich eine weitere Ausbildung in Oberhausen zur Krankenschwester an, sowie der Besuch der Bibelschule in Neukirchen und ein dreijähriger Aufenthalt in England, um die Sprache zu lernen.

1969 reiste Elfriede Müller schließlich mit der Neukirchener Mission nach Tansania aus und bereits ein Jahr später wurde der Grundstein für ihre Arbeit gelegt – die Gründung eines Kinderheims. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden neugeborene Säuglinge mit in das Grab gelegt, wenn die Mutter bei der Geburt verstorben ist. Elfriede nahm diese Kinder auf und versorgte sie. Bereits 1973 konnte durch eine gemeinsame Entscheidung der Regierung und der Neukirchener Mission in Matyazo ein neues Kinderheim für mütterlose Kinder gebaut werden. Ca. 80 Kinder konnten jeweils für 1-2 Jahre dort betreut werden, bevor sie dann zu ihrem Vater oder anderen Verwandten gingen. Im Laufe der Jahre wurden auf diese Weise ca. 5000 Kinder aufgenommen und begleitet. Im Jahr 2007 ist Elfriede Müller nach Deutschland zurückgekehrt. Sie lebte bis 2018 in Waldbröl, bevor sie dann nach Ewersbach umgezogen ist und dort eine neue Heimat gefunden hat.
Jesus Kreuz als Magnet
Elfriede hatte große Angst, in die Mission zu gehen aber durch ihren Glauben an den gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus hat sie den Halt gefunden, den sie brauchte und den Mut, sich auf Unbekanntes einzulassen. Gerade neu in Tansania angekommen, hörte sie von anderen Missionaren viele Geschichten über Schlangen, andere exotische Tiere oder abenteuerliche Autofahrten. Und bereits bei ihrer ersten Fahrt nach Shunga musste sie erleben, was es heißt, wenn der Motor kaputt geht und sie mit einem Einheimischen allein die Nacht im Auto verbringen musste. In Shunga war sie dann ganz auf sich alleine gestellt, kein Arzt oder weiße Missionarinnen in der Nähe, sie war weder mit der Sprache noch der Kultur vertraut. Elfriede sagte einmal: „Untröstlich lief ich nach Hause und weinte bitterlich. Ich fühlte mich allein, konnte keinen mehr fragen“.

Aber Gott hat ihr den Beistand und die Kraft gegeben, die sie brauchte. Elfriede hat in den weiteren Jahren viel mit Gott erlebt, auch viele Wunder, die sie alle in ihrer Bibel notiert hat. Auch ihre Andachten zeugen immer wieder von ihrer tiefen innigen Liebe zu Jesus, der am Kreuz für uns Menschen gestorben ist. Sie spricht davon, dass Jesu Kreuz die Menschen anzieht und ein Magnet ist, auch wenn sie es nicht wollen. Dafür hat Elfriede ihr Leben eingesetzt.
Elfriede Müller strahlte Ruhe und Zufriedenheit aus, weil sie wusste, dass sie von Gott angenommen und getragen wurde. Als sich ihr Gesundheitszustand mehr und mehr verschlechterte, hielt sie immer ein Kreuz fest in der Hand. Auch wenn ihre Gedanken jeden Tag in Matyazo waren, gab es etwas, das noch wichtiger war – die Beziehung zu Jesus Christus, der für sie am Kreuz gestorben ist und den Tod überwunden hat. Das wäre auch ihre Botschaft an uns heute.
„Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du gehörst zu mir.“
Jesaja 43,1b
Der Nachruf basiert auf der Predigt bei der Beerdigung von Elfreide Müller von Dave Rose.


