Nachruf Wilfried Mahn

Wilfried Mahn wurde durch eine Begegnung mit dem Neukirchener Missionar Eberhard Kube in Tansania in die Mission gerufen. Zur Vorbereitung besuchte er das Missionsseminar in Neukirchen-Vluyn. Nach Abschluss des Seminars heiratete er seine Verlobte Karin Möller, die seine beste Beraterin und Unterstützerin wurde. Im Januar 1966 brachen sie mit dem Schiff nach Tansania auf. Bischof …

Wilfried Mahn im angeregten Gespräch mit einigen Kindern vor den neuen
Sonntagschulräumen im Jahr 2004 in Kasulu

Wilfried Mahn wurde durch eine Begegnung mit dem Neukirchener Missionar Eberhard Kube in Tansania in die Mission gerufen. Zur Vorbereitung besuchte er das Missionsseminar in Neukirchen-Vluyn.

Nach Abschluss des Seminars heiratete er seine Verlobte Karin Möller, die seine beste Beraterin und Unterstützerin wurde.

Im Januar 1966 brachen sie mit dem Schiff nach Tansania auf. Bischof Stanway von der Diözese Central Tanganyika hatte in Neukirchen um Missionare gebeten. Nach einer Vorbereitungszeit in Dodoma wurden Wilfried und Karin in den noch unerreichten Distrikt Kondoa geschickt, um zu evangelisieren und Gemeinden zu gründen. Wilfried war oft mit dem Motorrad in den Dörfern unterwegs. Insgesamt erwies sich Kondoa jedoch als schwieriges Missionsfeld.

Bischof Musa Kahurananga von der Diözese West Tanganyika lud die Mahns ein, in seiner Diözese zu arbeiten, da dort bereits Missionarinnen der Neukirchener Mission als Krankenschwestern auf den Stationen in Shunga und Matyazo arbeiteten. Bischof Stanway stimmte zu, und die Familie Mahn zog 1979 nach Kasulu um.
Wilfried übernahm die Feldleitung für die Neukirchener Missionare in Uha (Region Kigoma) und erfüllte diese Aufgabe mit viel Hingabe und Verständnis für seine Mitmissionare.

Bischof Kahurananga übertrug ihm die Abteilung Evangelisation und Gemeindegründung, die er mit ganzem Herzen und all seiner Kraft ausfüllte. In dieser Funktion gründete er viele Gemeinden, betreute unzählige Evangelisten, unterstützte sie beim Kirchenbau und Grundstückskauf, unterrichtete Evangelisation und Mission an der Bibelschule in Kasulu und prägte damit eine Generation von Pastoren.

Im Jahr 1985 bat ihn der zweite Bischof der Diözese von West Tanganyika, Gerald Mpango, das Amt des Generalsekretärs der Diözese zu übernehmen. Er lehnte mehrmals mit der Begründung ab, sein Ruf sei die Evangelisation und nicht die Administration. Schlussendlich stimmte er der Bitte zu und bekleidete diese Position bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2024. In der Abteilung Evangelisation wurde ihm Pastor Emanuel Nsenginyumva als Assistent zur Seite gestellt. Wilfried selbst versuchte, beide Aufgaben bestmöglich zu verbinden.

Im Jahr 2000 konnte er sein „Herzensanliegen” verwirklichen. Der Bischof erteilte die Zustimmung zum Bau einer Zweitkirche im Stadtteil Mrusi in Kasulu. Dies war der Beginn einer Welle von Gründungen von Zweitgemeinden in vielen Dörfern. In Kasulu gibt es heute zwölf anglikanische Kirchen.

Da ihre Kinder alle in Deutschland lebten, kehrten Wilfried und Karin im Juli 2004 zurück, um ihren Ruhestand anzutreten. Die Diözese bedauerte das sehr.

Denn Wilfried war den Waha (der ethnischen Gruppe der Region Kigoma) ein Mah geworden: Kein Weg war ihm zu weit oder zu schlecht, um Menschen das Evangelium zu bringen. Es gab kein Essen, das er nicht essen konnte. Kein Wort der Landessprache Kiswahili war ihm fremd, und wenn er sprach, merkte man nicht, dass er Ausländer war.

Auch im Ruhestand war er weiterhin ehrenamtlich in der FEG Wiesenfeld tätig und beriet die Neukirchener Mission in Tansania-Fragen.

Wilfried war uns ein Vorbild mit seinem Wunsch, dass Menschen Jesus kennenlernen, verbunden mit seiner Liebe zu den Menschen um ihn herum. Wir werden seine Fähigkeit, Dinge aus der Perspektive der anderen zu sehen, seine ruhige Art, seine theologische Klarheit und Weite in „Nebendingen“ in dankbarer Erinnerung behalten.

Andrea Jung, Missionarin Kasuku, Tansania