Verkauft ist nicht bezahlt!

Eine Geschichte des Scheiterns, über vermeintliche Sicherheiten und Geduldsproben Jochen Schmidt berichtet, wie ein vermeintlicher abgeschlossener Verkauf zu Finanzproblemen bei der Allianz-Mission führt. Mit der Verschmelzung der Neukirchener Mission (NM) im Jahre 2021 gingen auch die Grundstücke in Neukirchen-Vluyn auf die Allianz-Mission (AM) über. Die Vorstände der AM und NM entschieden, dass die Grundstücke verkauft …

Eine Geschichte des Scheiterns, über vermeintliche Sicherheiten und Geduldsproben

Jochen Schmidt berichtet, wie ein vermeintlicher abgeschlossener Verkauf zu Finanzproblemen bei der Allianz-Mission führt.

Mit der Verschmelzung der Neukirchener Mission (NM) im Jahre 2021 gingen auch die Grundstücke in Neukirchen-Vluyn auf die Allianz-Mission (AM) über. Die Vorstände der AM und NM entschieden, dass die Grundstücke verkauft und die Erlöse für Mitarbeitende und Projekte der NM genutzt werden sollen.

Schnell war ein Käufer gefunden, der bereit war, den gewünschten Kaufpreis zu zahlen und wir konnten nach kurzer Zeit einen notariellen Vertrag schließen. Da an den Grundstücken noch einiges gemacht werden musste, verzögerte sich die Zahlung. In der Zwischenzeit begannen wir jedoch, bereits Gelder für die geplanten Projekte zu überweisen – der Kaufvertrag gab uns Sicherheit.

Dann schlug jedoch die Immobilienkrise mit voller Härte zu. Der Käufer war auf einmal nicht mehr in der Lage, den vereinbarten Kaufpreis zu zahlen. Durch die bereits geleisteten Überweisungen in die Missionsprojekte war unsere Liquidität auf ein ungesund niedriges Maß zusammengeschmolzen. Die Aussicht auf schnelle Änderung war nicht gegeben, da die Option, den Kaufpreis vor Gericht einzuklagen, sich – auch auf anwaltlichen Rat – als nicht sehr vielversprechend darstellte.

Folglich wurde der notarielle Kaufvertrag aufgelöst, der Käufer zahlte eine Rückabwicklungsgebühr und die Grundstücke verblieben im Besitz der AM. Jedoch musste nun ein neuer Käufer gefunden werden. Keine leichte Aufgabe, zumal natürlich das Ziel war, zumindest den gleichen Kaufpreis erneut zu vereinbaren. Die Liquidität in dieser ganzen Zeit aufrechtzuerhalten und unter diesem Zeitdruck einen guten und solventen neuen Käufer zu finden, war über Monate hinweg eine sehr nervenaufreibende Sache. Bis heute ist der Kaufpreis noch nicht vollumfänglich gezahlt und bis zum heutigen Tag müssen wir mit den knappen vorhandenen
Geldern gut haushalten. Eine echte Herausforderung, jeden Tag neu!

Was lerne ich daraus?

Im Grunde steht der Grundstücksverkauf exemplarisch für ein Prinzip, das ich seit Beginn meiner Geschäftsführertätigkeit bei der Allianz-Mission immer wieder sehe: Wir sind und bleiben, im Großen wie Kleinen, abhängig von Gott. Es ist wie bei den Israeliten, die ihre tägliche Portion Manna erhielten, aber alles, was sie über ihren Tagesbedarf hinaus sammelten, verfaulte. Auch so geht es uns bei den Finanzen. Scheinbar möchte uns Gott gerne „an der kurzen eine“ halten. Gott schenkt uns immer wieder genug, damit wir die Arbeiten in dem einen Jahr gut abschließen können, aber einen großen Sicherheitspuffer, wie ich ihn mir vielleicht wünschen würde, können wir nicht aufbauen.

Diese Abhängigkeit führt mich dann auch zur Dankbarkeit: Gute Freunde haben uns in Zeiten der fehlenden Liquidität mit großzügigen Darlehen ausgeholfen. Wie gut, dass Gott uns immer wieder beschenkt. Ihm sei Lob und Dank dafür!

Jochen Schmidt, Geschäftsführer

Der Artikel ist in unserem Magazin move (Mai – Juli 2025) erschienen.