Gott ist der Regisseur

Gott ist der Regisseur

„Gott spielt in unserem Leben keine Rolle – Er ist der Regisseur“

Im Juli 2019 sind wir als ganzes Team für einen Zwei-Monats-Aufenthalt von Kenia nach Deutschland gereist. Dann der Schock, die Visa-Behörde meldet sich, wir erhalten eine Absage unseres Langzeitvisums. Eine unrechtmäßige Beschuldigung seitens einer korrupten Visa-Beamtin. Das traf uns wie ein Schlag und wir taten alles dafür, trotzdem schnell zurückreisen zu können.

Ende September 2019 besuchten wir dann unsere Heimatgemeinde, die FeG Lüneburg, schilderten auf der Bühne kurz unsere Situation und baten um Gebet für den verschobenen Ausreisetermin im Januar 2020. Nach dem Gottesdienst kam ein für uns und die Gemeinde fremder, älterer Mann auf uns zu. Er meinte, er hätte 3 Eindrücke für uns, die er zusätzlich auf einem Blatt skizzierte. Zwei davon waren direkt passend, der dritte überforderte. Er sagte: „Stephan, Sandra und Elias werden im Januar nicht mit zurück nach Kenia ausreisen, weil Gott möchte, dass sie in Deutschland noch ein Kind bekommen.“

Stille. War das Jesus Reden? Jesus hatte bereits schon öfter so klar in unser Leben gesprochen, ansonsten wären wir zum Beispiel nie in die Mission gegangen. Doch der Gott, den wir kennen, bestätigt Dinge, die herausfordern. Daher setzten wir erst mal weiter alles daran, schnell zurück nach Kenia zu kommen. Wenn es Gottes Reden war, würde er eine Bestätigung schenken, da waren wir uns sicher. Auf Anraten der Allianz-Mission begannen wir einen Austausch mit dem Auswertigen Amt, das uns nach einigen Wochen mitteilte, dass sie uns aus verschiedenen politischen Gründen doch nicht weiterhelfen könnten. Außerdem rieten sie uns dringendst davon ab, ohne gültiges Langzeitvisum erneut nach Kenia auszureisen.

Stephan wurde von der korrupten Visa-Beamtin Dokumentenfälschung vorgeworfen. Dieser Sachverhalt könnte laut des Auswertigen Amtes bei Einreise ohne Langzeitvisum dazu führen, dass Stephan im schlimmsten Fall in Untersuchungshaft kommt, sowie Elias und ich den nächsten Flug zurück nach Deutschland nehmen müssen. Das war für uns genug Bestätigung von Gott, dass wir vorerst in Deutschland auf unser Langzeitvisum warten sollen.

Einen Monat später, an Heilig Abend, der positive Schwangerschafts-Test.

Sind wir nun also Spielball einer korrupten Visa-Beamtin? Definitiv nicht! Die Steine in unserem Weg hat Jesus genutzt, um Brücken zu bauen. Obwohl die Gesamtsituation anfangs für uns herausfordernd war, stellten wir schnell fest, dass die verlängerte Deutschland-Zeit in vielerlei Hinsicht geführt und gesegnet war. Svenja und Sven reisten wie geplant im Januar 2020 aus. Wir konnten die neuartige Mission perfekt aus Deutschland und Kenia mit neuen Möglichkeiten weiterführen. Natürlich arbeiten wir weiterhin an unserem Langzeitvisum.

Wir merken, wie Jesus gerade in den Herausforderungen sehr klar spricht, uns begleitet und führt. Wir spüren, wie er uns immer wieder zeigt: An meinem Auftrag hat sich nichts geändert; ihr seid da, wo ihr momentan sein sollt. Ihr werdet zur richtigen Zeit wieder nach Kenia gehen.

Das schenkt uns viel Frieden.

„Gott spielt in unserem Leben keine Rolle -Er ist der Regisseur.“

Es läuft nach Seinem, nicht nach unserem Plan.

Sandra und Stephan Mattner sind Missionare in Nairobi, Kenia

Dieser Artikel ist im Zuge unseres Magazins move (Mai – Juni 2022) entstanden.