Der Kinderhilfsfonds

Der Kinderhilfsfonds

Herzlich willkommen zu unserer Seite über den Kinderhilfsfonds. Hier finden Sie alle Informationen über den Fonds und darüber, wie Sie durch den Fonds Kindern rund um die Welt eine höhere Lebensqualität ermöglichen.

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Unsere Mission mit dem Kinderhilfsfonds

Kindern ein Lachen schenken, das bleibt. Durch eine nachhaltige Veränderung ihres Lebensumfelds.
Mit Mitarbeitern, die in den Ländern integriert sind und genau wissen, welche Nöte die Kinder haben und wie man effektiv dagegen angehen kann.
 


Kindern in Projekten Bildung, Verpflegung, Wertschätzung und durch all das ganz praktisch Jesu Liebe weitergeben.
Weil sie Gott am Herzen liegen und seine weltweite Mission sie beinhaltet. 
 

Jetzt Pate des Kinderhilfsfonds werden

Gute Gründe für Ihre Patenschaft

  • Durch Ihre Spende können Projekte zugunsten von Kindern durchgeführt werden.
  • Aufgrund von niedrigen Verwaltungskosten kommt Ihre Spende an.
  • Mission und Diakonie gehören zusammen - beides wird durch Ihre Spende ermöglicht.
  • Eine Patenschaft ist steuerabzugsfähig, Sie erhalten eine Spendenbescheinigung von uns.
  • Wir legen Wert auf Transparenz und geprüfte Buchführung (ausgezeichnet mit dem DEA Spendensiegel).

So funktioniert der Kinderhilfsfonds

Der Erlös der Kinderhilfsfonds geht an die unterschiedlichsten Projekte der Allianz-Mission in über 26 Ländern.

Das gemeinsame Ziel dieser Projekte ist, die Lebensumstände von Kindern nachhaltig zu verbessern. Deshalb setzen die unterstützten Projekte nicht nur bei den Kindern selbst an, sondern bemühen sich auch, ganze Familien- oder sogar Gesellschaftsstrukturen zu verbessern.

Das geschieht auf unterschiedlichen Wegen – durch Bildung, durch Versorgung, oder auch einfach dadurch, dass Kindern und Eltern mit Wertschätzung begegnet und Hoffnung gespendet wird.

Durch den Kinderhilfsfonds können Sie also Kindern rund um die Welt ein besseres Leben ermöglichen – nicht nur für einen kurzen Augenblick, sondern langfristig. Ihr Beitrag sorgt dafür, dass sie die Liebe Jesu nicht nur durch Worte, sondern ganz praktisch erleben.

Ist irgendetwas unklar?

Bei Fragen zum Kinderhilfsfonds bin ich gerne für Sie da!

Felix Wiegner
Fundraising & Öffentlichkeitsarbeit
02774 / 93 14 11
f.wiegner@allianzmission.de

Unsere unterschiedlichen Kinderhilfsfonds

Wenn Sie für den Kinderhilfsfonds spenden möchten, haben Sie zwei Möglichkeiten:
Falls Sie ein bestimmtes Land bzw. eine bestimmte Region auf dem Herzen haben, können Sie direkt für diesen bestimmten Kinderhilfsfonds spenden. Andernfalls haben Sie aber auch die Möglichkeit, einfach in den allgemeinen Kinderhilfsfonds einzuzahlen.

Hier finden Sie weitere Informationen zu den unterschiedlichen Kinderhilfsfonds:

Verantwortlich für den Kinderhilfsfonds Afrika ist Dr. Thomas Schmidt, Bereichsleiter für Ostafrika.

Der Kinderhilfsfonds Afrika ist durch die Zusammenlegung der Kinderhilfsfonds Mali und Tansania entstanden. Durch ihn können zukünftig nicht nur Projekte in den beiden Ländern unterstützt werden, sondern auch in anderen afrikanischen Ländern, in denen die Allianz-Mission arbeitet, wie Benin, Kenia oder den Kongo.

Einnahmen

Im Jahr 2019 sind für den Kinderhilfsfonds Afrika 16.500 € eingegangen. Vielen Dank für Ihre Spende!

Projekte (Auszug)

8.000 € davon stammen aus dem Kinderhilfsfonds Mali. Damit wurden 2019 unter anderem folgende Projekte finanziert:

  • Das Kinder-helfen-Kinder-Projekt des Bundes FeG I-ni-sini (bereits abgeschlossen)
  • christliche Schule in Sévaré

8.500 € stammen aus dem Kinderhilfsfonds Tansania.
Damit wurden 2019 unter anderem folgende Projekte finanziert:

  • Bibel kreativ (bereits abgeschlossen)
  • Seminare für Mitarbeiter von Kindercamps
  • Tumaini

Darüber hinaus gehören auch in Zukunft folgende Projekte zum Kinderhilfsfonds Afrika:

  • Ark School:
    Die Ark School möchte Kindern aus dem Kariobangi-Slum Bildung bieten und ein Zufluchtsort sein, an dem sie Licht und Hoffnung in ihren schweren Lebensumständen erfahren.
Verantwortlich für den Kinderhilfsfonds in Belarus ist Albert Giesbrecht, Bereichsleiter für Südosteuropa.

Einnahmen

Im Jahr 2019 sind für den Kinderhilfsfonds Belarus (ehem. Weißrussland) 4.000 € eingegangen. Vielen Dank für Ihre Spende!

Projekte (Auszug)

Durch den Kinderhilfsfonds Belarus werden unter anderem folgende Projekte unterstützt:

  • sozialdiakonischer Dienst in Kinderheimen und Internaten  
  • Kinder- und Jugendkonferenzen 
  • Kreativ-Schule, evangelistischer Dienstag 

Der Kinderhilfsfonds Belarus ist aktuell unterfinanziert, so dass ein Großteil der Projektkosten aus dem allgemeinen Kinderhilfsfonds finanziert werden muss. Falls Ihnen besonders die Kinder in Belarus am Herzen liegen, so freuen wir uns über Ihre Spende!

 

 

 

Verantwortlich für den Kinderhilfsfonds in Brasilien ist Gudrun Henniger, Co-Landesleiterin für Brasilien.

Einnahmen

Im Jahr 2019 sind für den Kinderhilfsfonds Brasilien 146.000 € (davon ein Vermächtnis in Höhe von 80.000 €) eingegangen.

Projekte (Auszug)

Folgende Projekte werden unter anderem durch den Kinderhilfsfonds in Brasilien unterstützt:

  • Levante:
    Levante ist eine präventive Kinder- und Jugendarbeit mit Schwerpunkt auf Sport und Bildung, die sich für Kinder in Armenvierteln einsetzt.
Verantwortlich für den Kinderhilfsfonds auf den Philippinen ist Elena Reeh, Missionarin auf den Philippinen.

Einnahmen

Im Jahr 2019 sind für den Kinderhilfsfonds Philippinen 80.000 € eingegangen.

Projekte (Auszug)

Folgende Projekte gibt es unter anderem auf den Philippinen, um Kindern zu helfen:

  • Pag-Asa:
    Pag-Asa ist ein Projekt, das Straßenkindern in Manila in einem Drop-in Center Kleidung, Verpflegung, einen sicheren Schlafplatz und weitere Förderung bietet.
  • Pro-Fil:
    Das Projekt Pro-Fil bietet Kindern aus den Slums Nachhilfe in Studienzentren sowie Seminare und Freizeiten.
Aus Sicherheitsgründen können wir die Verantwortliche für den Kinderhilfsfonds in Tadschikistan leider nicht nennen. Bei Fragen wenden Sie sich an Felix Wiegner.

Einnahmen

Im Jahr 2019 sind für den Kinderhilfsfonds Tadschikistan 32.000€ eingegangen. Vielen Dank für Ihre Spende!

Projekte (Auszug)

Folgende Projekte werden unter anderem durch den Kinderhilfsfonds in Tadschikistan unterstützt:

  • Kinder- und Jugendfreizeiten
Verantwortlich für den Kinderhilfsfonds in Vietnam ist Dr. Jochen Fiebrantz, Bereichsleiter für Asien.

Projekte (Auszug):

In Vietnam werden unter anderem folgende Projekte durch den Kinderhilfsfonds unterstützt:

Verantwortlich für den allgemeinen Kinderhilfsfonds ist Felix Wiegner, Fundraising.

Einnahmen

Im Jahr 2019 sind für den allgemeinen Kinderhilfsfonds 28.000€ eingegangen. Vielen Dank für Ihre Spende!

Projekte

Der allgemeine Kinderhilfsfonds ist perfekt geeignet für all diejenigen, die es auf dem Herzen haben, Kindern rund um die Welt zu helfen. Die Einnahmen aus dem allgemeinen Kinderhilfsfonds gehen an die Projekte, wo die finanziellen Mittel am ehesten gebraucht werden.

Warum wir keine Einzelpatenschaften anbieten

Immer wieder werden wir gefragt, ob wir nicht auch direkte Patenschaften anbieten. Nein, wir haben uns bewusst gegen Einzelpatenschaften entschieden. Dies hat mehrere Gründe.

Zum einen können Einzelpatenschaften nach den Erfahrungen unserer Missionare schnell zu Neid in den Dorfstrukturen führen. Ein Kind mit Paten hat eine andere soziale Stellung und ihm werden Sachen ermöglicht, die andere Kinder nicht haben – wie neue Schulkleidung oder Geschenke. Genauso auch andersherum: Ein Kind ohne Pate zweifelt schnell an sich, warum es als vielleicht einziger keinen Förderer hat. Auch wenn wir natürlich die einzelnen Kinder im Blick haben, wollen wir ganzheitlich das gesamte soziale Umfeld der Kinder verbessernGerade die Eltern müssen gewonnen werden, um Bildung und eine Verbesserung der Lebensumstände zu gewährleisten.  

Indem wir auf Einzelpatenschaften und ein teures Briefübersetzungsprogramm oder logistisch herausforderndes Geschenke-System verzichten, sparen wir viele Verwaltungskosten ein und können mehr Geld für die betroffenen Kinder in die Projekte investieren. Übrigens: Der Großteil der Verwaltungskosten wird für die Koordination und auch Überwachung der jeweiligen Projekte genutzt. Unsere einheimischen Mitarbeiter erhalten Schulungen und haben alle ein Herz für Jesus. Das gemeinsame Ziel ist es, Jesu Liebe weiterzugeben.  

Für eine nachhaltige und ganzheitliche Fürsorge für Kinder empfehlen wir Ihnen daher unseren Kinderhilfsfonds.

Wir bieten den Kinderhilfsfonds nun schon seit mehreren Jahren an.

Durch viele Paten, die sich mit ihrem Herzen und ihren Ersparnissen für Kinder rund um die Welt investieren, konnte schon viel Gutes getan werden. Danke!

Patenschaft verschenken

Eine Patenschaft verschenken – wie soll das denn gehen?

Es ist eigentlich ganz einfach: Wenn Sie jemandem eine Kinderhilfsfonds-Patenschaft schenken wollen, zahlen Sie in den Fonds ein und erhalten die Spendenbestätigung. Der Beschenkte wiederum erhält unsere regelmäßgen Pateninformationen, was mit dem Geld Positives bewirkt wird. Durch Projektberichte aus unterschiedlichen Ländern kann er direkt Anteil daran haben, wie sich die Lebensumstände von Kindern durch sein Geschenk verbessern.

Somit machen Sie gleich mehreren Menschen eine Freude: dem Beschenkten und Kindern rund um die Welt. Eine großartige Geschenk-Idee mit „mehr Wert“.

Die Höhe des Betrags, mit dem Sie in den Kinderhilfsfonds investieren möchten, ist flexibel, sollte allerdings mindestens 10 € pro Monat betragen.

Sie erhalten nach Absenden des Formulars umgehend per E-Mail eine Patenschaftsurkunde, die Sie einfach per PDF herunterladen, ausdrucken oder selbst verschicken können. Auf Wunsch versenden wir die Patenschaftsurkunde auch als besonderen Service für Sie selbst an den Beschenkten. Für den Versand der Patenschaftsurkunde, aber auch für die regelmäßigen Pateninformationsbriefe benötigen wir die Adresse des Beschenkten. Diese können Sie uns einfach per E-Mail mitteilen.

Übrigens: Natürlich senden wir neben den regelmäßigen Pateninformationsbriefen keinerlei Werbung oder unser move-Magazin ohne ausdrückliche Einwilligung des Beschenkten. Trotzdem sollten Sie die Erlaubnis des Beschenkten einholen, bevor Sie uns die Adresse mitteilen, damit es nicht zu Irritationen kommt.

Berichte aus dem Kinderhilfsfonds

70 albanischen Roma-Kindern und Jugendlichen Hoffnung schenken

Viel ist nicht los, wenn man als junger Mensch weder Geld noch Perspektive hat. So ergeht es vielen aus der Gemeinschaft der Roma in der albanischen Kleinstadt Pogradec am Ohridsee. Aber nicht allen. Robert Rinke, Missionar für Albanien und den Kosovo, berichtet:

Die junge Roma-Gemeinde „Neues Leben“, die die Allianz-Mission in Pogradec unterstützt, plant in diesem Sommer für etwa 70 Kinder, Teenager und Jugendliche eine evangelistische Sommerfreizeit. Die erste Freizeit, die die Gemeinde durchführen wird. Die Kinder und Jugendliche freuen sich darauf, durch Spiele, Sport und kreative Aufgaben Spaß in der Gemeinschaft zu haben und täglich gutes Essen zu bekommen.

Doch es geht um viel mehr: Viele stehen im Kontakt zur Gemeinde. Sie kommen zu den Kinder-, Teenager- oder Jugendtreffen. Sie haben schon von Jesus gehört, doch verstehen noch nicht, um was es wirklich geht. Die Freizeit wird eine intensive Zeit sein, um Freundschaften zu bauen und von Jesus zu hören, ohne durch die Schwierigkeiten des Alltags abgelenkt zu werden. Wir wünschen uns, dass die Kinder und Jugendlichen eine Perspektive für ihr Leben bekommen – ein Leben mit und für Jesus. Wir beten und hoffen, dass es auch im Aufbau der Gemeinde ein Höhepunkt wird.

Leben helfen in Pogradec

Die Roma werden in Albanien – ohnehin schon eines der ärmsten Länder Europas – benachteiligt und ausgegrenzt. Robert Rinke berichtet, wie eine Gemeinde in Pogradec für sie zum Anlauf- und Hoffnungsort wird:

Neues Leben – viele Roma im albanischen Pogradec wünschen sich genau das. Raus aus der Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit. Raus aus der Langeweile, aus dem alten Leben. Am besten gleich raus aus Albanien und nach Westeuropa. Neues Leben gibt es aber auch in Pogradec. Denn genau das bedeutet „Nevo Trayo“ übersetzt auf Deutsch. Nevo Trayo ist eine evangelikale Gemeindeaufbauarbeit mitten im Roma-Viertel. Wer bereit dazu ist, kann hier neues Leben in Würde finden.

Wenn das Geld kaum zum Leben reicht und Eltern selbst wenig Hoffnung und Perspektive haben, haben sie auch wenig, um es an ihre Kinder weiterzugeben. Für 20-30 Kinder im Viertel ist die wöchentliche Kinderstunde das Highlight der Woche. Und das nicht nur, weil es etwas zu Essen und Trinken gibt, sondern vor allem, weil sie Wertschätzung, Liebe und Hoffnung bekommen. Ein Höhepunkt für 70 Kindern war, als sie 2019 zum ersten Mal für eine Woche an einer Kinderfreizeit teilnahmen. Sie erlebten Freude, Wertschätzung und hörten von der Hoffnung des Evangeliums. Neben einheimischen Mitarbeitern unterstützte auch eine Gruppe von Volontären aus Deutschland die erste Freizeit der jungen Gemeinde. Gemeinsam haben sie mit den Kindern gespielt, Sport gemacht, Lieder gesungen und biblische Geschichten erzählt. Beziehungen sind entstanden und die Kinder kommen gerne weiterhin in die Kinderstunden der Gemeinde.

Für Teens und Jugendliche fand 2019 das erste Gemeinde-Sommercamp statt. Damit viele von ihnen Jesus kennenlernen, haben fünf junge Christen fünfzehn Freunde zu diesem Camp eingeladen. Noch nie hatten sie so eine ermutigende Gemeinschaft von jungen Christen erlebt. Sie hörten das Evangelium der Liebe und Hoffnung – auch für ihr Leben als Roma. Bitte beten Sie mit uns, dass die jungen Menschen Jesus Christus als ihren persönlichen Retter annehmen und Gott als liebenden Vater im Himmel erfahren.

Hoffnung statt Selbstmord für junge KulinaIndianer in Amazonien 

Angelika und Andreas Totz haben ein Projekt im brasilianischen Urwald gestartet, in dem Jugendlichen Kulina-Indianern Bildung, Fertigkeiten in Handwerk und Landwirtschaft und christliche Werte vermittelt werden sollen, damit sie der Perspektivlosigkeit entkommen. 

Mitten im tiefsten Dschungel, im Nordwesten Brasiliens an einem Seitenarm des Amazonas, liegt die Ortschaft Envira. Nur per Flugzeug oder 2.000 km mit einer Fähre über den Amazonas und Nebenfluss Tarauacá ist die entlegene Region zu erreichen. Dort an der Grenze zu Peru leben die Kulina-Indianer. 6.000 gibt es noch von ihnen, verteilt auf Dörfer inmitten des UrwaldesDoch wer sich ein beschauliches Indianerleben mitten im Dschungel vorstellt, wird bitter enttäuscht.  

Auch wenn die Zivilisation mit Verwaltung, Krankenversorgung und schulischer Bildung theoretisch bis zu den Kulina-Indianern vorgedrungen ist, ist den meisten eine Teilnahme am brasilianischen Bildungssystem verwehrt. Gerade die Indianerlehrer, die ihrem eigenen Stamm etwas beibringen könnten, haben oft mit Alkoholmissbrauch zu kämpfen, da sie – im Gegensatz zum Rest des Dorfes – über ein geregeltes Einkommen verfügen. So können 97 Prozent der Kulina weder lesen noch schreiben.  

Ohne Aussicht auf eine berufliche Perspektive sind viele Jugendliche und bereits auch Kinder in den Dörfern alkoholabhängig. Immer wieder wird über Morde aus den teils entlegenen Dörfern berichtet und häufig nehmen sich junge Kulina-Indianer aus Hoffnungslosigkeit das Leben.  

Als Antwort auf diese Nöte wurde das Projekt Marinaha gestartet. Marinaha stammt aus der Kulina-Indianersprache und bedeutet „das, was es Festzuhalten gilt“. Statt die Kinder der Kulina in ein weit entferntes Internat zu schicken, sollen sie eine Ausbildung und Lebensschule in ihrer gewohnten Umgebung erhalten. In Envira soll dazu eine Wohngemeinschaft von jugendlichen Kulinas mit Missionaren gestartet werden. Schulräume, eine Mehrzweckhalle und eine Plantage bieten die Basis, um den Jugendlichen eine schulische Grundausbildung, handwerkliche Fertigkeiten, Kenntnisse der hiesigen Landwirtschaft und zugleich die biblische Botschaft zu vermitteln.  

Erdacht und initiiert haben das Angelika und Andreas Totz, seit 2017 Missionare der Allianz-MissionZwei Jahrzente arbeiten sie schon unter den Kulina-Indianern und haben sich den Respekt und die Anerkennung der örtlichen Verwaltung verdient. Der Bürgermeister von Envira, der das Projekt selbst unterstützt, lieh kostenlos eine Planierraupe für Erdarbeiten auf dem neuen Grundstück aus.  

Zusammen mit einheimischen Partnern planen sie in Envira ein Gelände zu bebauen, um dort den Jugendlichen individuell helfen zu können. Nach ein bis zwei Jahren im Projekt sollen diese dazu befähigt sein, ins örtliche Schulsystem zu wechseln oder in ihr Dorf zurückkehren zu können. Nun aber mit neuen Fähigkeiten, um besser überleben zu können.  

Der erste Bauabschnitt ist bereits erfolgt, weitere Hütten für die Unterbringung der Jugendlichen und Mitarbeiter sind geplant. Aufwendig muss das Baumaterial aus dem mehrere tausend Kilometer entfernten Manaus per Fähre besorgt werden – was unter dem Strich jedoch viel Geld einspart. Der Zeitplan ist ambitioniert: Bereits im Spätsommer sollen die ersten Indianer aufgenommen werden. Dass der Bedarf groß ist, zeigt sich daran, dass schon mehrere Kulina angefragt haben, als Teilnehmer registriert zu werdenEs fehlen noch 50.000 € zur Fertigstellung der Gebäude sowie 5.000 € für die Finanzierung einheimischer Mitarbeiter, so dass immer wieder Bauarbeiten pausiert werden müssen 

Eine Überlebenschance am Amazonas  

Der Tod von Jugendlichen durch Alkoholmissbrauch, Mord und Suizid gehört für Angelika und Andreas Totz zum traurigen Alltag. Sie berichten, wie ein Ort der Hoffnung mitten im brasilianischen Dschungel entstanden ist. 

Mein Name ist Andreas Totz und mit meiner Frau Angelika und unseren beiden Jungs Chris und Anderson – oder besser Oraso und Dimodo“, wie sie hier von ihren Freunden getauft wurden – wohnen wir als Missionare seit einigen Jahren weit draußen im brasilianischen Dschungel bei den indigenen Kulina. Was sich für einige wahrscheinlich sehr entspannt, idyllisch und friedlich anhört, ist in der Realität leider oft ganz anders.  

Während unsere Jungs mittlerweile zu jungen Männern herangewachsen sind und ihr ganzes Leben noch vor sich haben, sind viele ihrer indigenen Altersgenossen bereits tot. Unfälle, Krankheiten, besonders der schamanistisch verursachte Todeszauber Dori, Alkoholexzesse und Suizid fordern immer wieder ihre Opfer. Die Kulina wachsen ohne Bildung auf, haben keine Chance auf große Karrieren und so ist das Leben der Indianer an den Rhythmus des Dschungels angepasst. Reife Früchte werden geerntet und gegessen. Es wird gefischt, gejagt und geklettert. Die geringe Sozialhilfe, die am Anfang des Monats mit dem Boot in der Stadt abgeholt wird, wird meist für Alkohol verprasst. Leidtragende sind die Kinder. Mit nächtelangen monotonen Gesängen versucht man, die spirituellen Gefahren und Krankheiten zu widerstehen und die bösen Geister zu manipulieren.  

Über die Jahre entstand der Wunsch ein Bildungszentrum zu errichten, um indigenen Jugendlichen zu helfen. Mitten im Dschungel – ein Ort der Hoffnung. Zwei Jahre Bauzeit und nach viel schweißtreibender Arbeit ist dieser Ort Wirklichkeit geworden: das Bildungszentrum Marinaha in EnviraDort können indigene Jugendliche aus jedem Dorf des Landkreises Lesen und Schreiben lernen und die wichtigsten biblischen Geschichten. Erima und Amama aus dem Dorf Aruanã sind zwei davonDie beiden waren sieben Jahre alt, als wir sie vor einigen Jahren kennenlerntenHungrig nach Bildung und nach einem beschwerlichen Vier-StundenFußmarsch durch den Dschungel trafen sie drei Tage vor dem offiziellen Unterrichtsbeginn ein. Viele Jugendliche kamen mit gesundheitlichen Schwierigkeiten, wie Zahnschmerzen oder Hautentzündungen. Doch mit medizinischer Hilfe aus der Stadt konnte ihnen geholfen werden.  

Im ersten Semester haben wir Fächer wie Biblischen Unterricht, Mathe, Gesundheit/Sucht und Alphabetisierung eingeführt. Es tun sich für unsere indigenen Jugendliche nie erträumte Türen auf. Durch das Projekt, welches wir noch als lokalen Verein eintragen lassen wollen, sehen sie über den Tellerrand des Dschungels hinaus, der für sie bisher nur das Jäger und Sammlertum geboten hat. Nun haben sie reale Perspektiven. Die Jugendlichen entwickeln eine Lebensroutine fern von den negativen Auswirkungen des übermäßigen Alkoholkonsum. Wir erleben, dass verschlossene und untereinander verfeindete Jugendliche aufblühen. Sie lernen Gottes Wort in ihrer Muttersprache, singen gern und entwickeln ein Gruppenbewusstsein über ihre traditionellen Grenzen hinweg. Der Jugendliche Erima erzählte uns einmal: „Mir gefällt es in Marinaha, weil nachts das Licht brennt. So belästigen mich keine bösen Geister.“ Wenn sie nach ihrer Zeit in Marinaha wieder motiviert in ihre Dörfer zurückkehren, können sie dort mehr Veränderung anstoßen, als wir es uns bisher vorstellen können. Auch Amama fühlt sich in Marinaha wohl und möchte nicht mehr zurück in sein Dorf, sondern in Marinaha für immer wohnen bleiben. 

Wie unsere beiden Jungs haben sie noch ihr ganzes Leben vor sich und bekommen die Chance, in einer schnell verändernden Welt bleibende Werte zu entwickeln und sich besser zurechtzufinden. 

 

Wie deutsche Gemeinden brasilianische Kinder stärken

Ingrid und Danilo Pauck sind in alltäglich umgeben von Drogenkriminalität, Sucht und Prostitution. Doch mitten in dieser Hoffnungslosigkeit erleben sie, wie in Escada aus einem Straßenkinderprojekt eine Gemeinde entstand und diese Kinder und ihren Familien stärkt.

„Durch ein Kind wird aus Alltag ein Abenteuer, aus Sand eine Burg, aus Farbe ein Bild, aus einer Pfütze ein Ozean, aus Plänen Übernachtungen und aus Gewohnheit… Leben!“

Wie oft unterschätzen oder missachten wir die Bedeutung der Kinder auf dieser Welt und werten das Arbeiten an Erwachsenen oder Leitern auf, weil unsere Zeit dafür zu schade erscheint, sich in „Spielereien“ – also Zeit und Energie in Kinder – zu investieren.

Immer wieder erinnern unsere eigenen Kinder uns daran, dass es unsere Verantwortung ist, ja eine Lebensaufgabe voller Privilegien, die das Leben bereichern und die Lebensqualität fördert. Immer wieder stellen wir an unseren eigenen Kindern fest, wie schnell sie groß werden und es uns manchmal so vorkommt als würde uns die Zeit davonlaufen.

Vor sechs Jahren bin ich mit meiner Frau Ingrid und unseren drei Jungs Josiah, Samuel und Joshua in das Land zurückgekehrt, indem ich selbst als Missionarskind aufgewachsen bin: Brasilien.

Brasilien – ein Land, indem so viel Armut und Reichtum, soviel Freude und Traurigkeit, so viele gute, wie auch schlechte Werte Nachbarn sind. Ein eigentlich reiches Land – vor allem reich an Kindern. Kinder, die sich nicht einmal ihre eigenen Schuhe zubinden müssen, da ihr Kindermädchen das macht und Kinder, die sich ihre Schuhe nicht zubinden müssen, weil sie keine haben.

So ist nicht ohne Grund die Arbeit Levante der Allianz-Mission hier vor 24 Jahren entstanden, um gerade Kinder zu stärken. Ein Kinderheim gab ihnen ein Zuhause, das sie vorher nicht kannten. Heute werden auf dem Landgut keine Kinder mehr aufgenommen und der Fokus liegt nun mehr auf der präventiven Arbeit mit den Kindern.

Biblische und allgemeine Bildung ist ein Teil der Arbeit, ganz praktische Hilfe der andere. Dank vieler Spenden, durch Missionseinsätze von Freiwilligen und ihrem eigenen Einsatz kann die durch das Projekt entstandene FeG Escada gemeinsam mit Levante den Unterschied machen und Eltern stärken, damit sie selbst daran beteiligt sind, ihre Kinder zu stärken. Das ist meistens ein langer Prozess, in dem die Eltern selbst aus ihrem zerstörerischen Kreislauf raus müssen. Je früher die Kinder Teil von Levante und der FeG werden, desto größer die Chance, dass die Kinder nicht in diesen Kreislauf geraten.

Nicht nur zu hören, dass sie wertvoll sind, dass sie geliebt sind, sondern das auch zu spüren – das stärkt.
Wenn Gemeindeleiter und Mitglieder sich Zeit zum Spielen, Zuhören und Unterrichten nehmen – das stärkt.
Wenn die Eltern sehen, welch ein Spaß und wertvolle Zeit andere mit ihren Kindern haben und in sie investieren, weckt es das Verlangen, das auch zu tun – das stärkt.
Wenn Eltern sehen, wie wertvoll ihr eigenes Kind ist und andere diesen Wert sehen, macht es was mit ihrer eigenen Identität – das stärkt.
Wenn sie alle sehen, dass Gott diese Aufgabe sogar Menschen in einem anderen Kontinent aufs Herz legt, zeigt es die Nähe und Liebe Gottes – das stärkt.
Die Konsequenz ist großartig, denn oft machen Kinder nicht das, was wir sagen, sondern das, was wir tun.

Oft fragen sich die Menschen hier, welche Hoffnung sie überhaupt in dieser Stadt oder in diesem Land noch haben. Wir dürfen erleben, wie diese Hoffnungslosigkeit sich wenden kann: allein dadurch, wenn Kinder und ihre Familien gestärkt werden. Starke Kinder hoffen und fangen an zu leben.

Kinder helfen Kindern: zwei Schulen für Mali

Claudia Rohlfink, Referentin für Kindergottesdienst im BFeG, schaut dankbar zurück, was durch die Unterstützung von deutschen Kindergruppen und ihren Gemeinden möglich wurde: zwei neue Schulen in Mali und neue Perspektiven für 80 malische Kinder.

„I ni sini“, auf Deutsch „Du und die Zukunft“, war unser achtes „Kinder helfen Kindern“-Projekt von Arbeitsbereich Kinder im Bund Freier evangelischer Gemeinden (BFeG), das in Zusammenarbeit mit der Allianz-Mission durchgeführt worden ist. Von 2016 bis 2019 haben sich viele Kinder und Mitarbeitende in FeGs in ganz Deutschland, sowie viele Einzelpersonen für den Bau zweier christlicher Schulen in Mali eingesetzt. Dort erhalten Kinder in kleineren Klassen mit angenehmer Lernatmosphäre eine gute Schulbildung. Dadurch werden sie befähigt, gute Entscheidungen zu treffen und eine Perspektive für ihr Leben und ihr Land zu bekommen.

Bamako-Niamana

In dem Vorort Niamana der malischen Hauptstadt startete im Frühjahr 2017 die erste „I ni sini“-Baustelle auf einem Grundstück des einheimischen Kirchenbundes, dem Partner der Allianz-Mission. Unter der kompetenten Leitung unseres Projektkoordinators Etienne wurden drei Klassenräume mit Direktorenbüro, Lagerraum und Toiletten errichtet. Im Oktober eröffnete die Schule unter dem Namen „École de l’unité de Niamana“ (Schule der Einheit) mit einer 1. Klasse. Wenige Monate später erfolgte eine Schulerweiterung um drei Klassenräume, so dass die Kinder bis zum Ende der sechsjährigen Grundschulzeit dort lernen können. Der Schulhof wurde im Frühjahr 2019 mit Spielgeräten ausgestattet – ein echtes Highlight für die malischen Schulkinder. Durch die hervorragende Arbeit der Lehrer und die Lernerfolge der Kinder hat die Schule mittlerweile einen guten Ruf im islamischen Umfeld. Immer mehr Familien entscheiden sich, ihre Kinder anzumelden. Mittlerweile besuchen so 80 Kinder die Schule, verteilt auf eine neugegründete Vorschulklasse und die Klassen 1 bis 3.

San

Ein zweites Schulgebäude mit drei Klassen wurde im Frühjahr 2018 in einem Neubaugebiet am Stadtrand von San gebaut. Mit den verantwortlichen Christen in Mali haben wir uns entschlossen, mit der Eröffnung der Schule zu warten: Alle hatten gehofft, dass die Ansiedlung von neuen Familien am Stadtrand schneller vorangeht, als das bisher der Fall war. Meist wachsen in Mali die größeren Städte sehr schnell und ein einmal erschlossenes Viertel ist rasch bevölkert – hier geht es diesmal nicht so schnell wie erwartet. Spielt es in dem islamischen, animistischen Umfeld hier im Landesinneren auch eine Rolle, dass eine christliche Schule mit Skepsis beobachtet wird und die Menschen zunächst abwarten wollen, ob wirklich alle willkommen sind? Uns ist ein langsamer und gut durchdachter Start wichtiger, als etwas zu übereilen.

Danke an alle Kindergruppen, Gemeinden und Einzelspender für alle Projektunterstützung!

Ein sicherer Ort für Manilas Straßenkinder

Seit Jahren haben sie dafür gebetet. Und obwohl so viel dagegensprach, hat Gott Unterstützung, Finanzen, Räumlichkeiten, Bauhelfer und Mitarbeiter geschenkt, damit Elena Reeh und Wiebke Schmidt-Holzhüter Manilas Straßenkindern wie Randy jetzt tagtäglich einen sicheren Raum bieten können. 

Seit Jahren liegen sie uns auf dem Herzen – diese Kinder, die uns täglich begegnen und die an jeder Straßenecke betteln, die in zerlumpten Klamotten und in körperlich oft desolatem Zustand herumlaufen. Die nachts auf den Straßen Manilas und in Abwasserkanälen schlafen, die in ihren jungen Jahren schon jede Menge Verantwortung tragen, weil sie auch schon ihre

kleinen Geschwister mitversorgen müssen. Und die schon genug schlimme Erfahrung für ein ganzes Leben gemacht haben.

Wie gut, dass wir nicht die Einzigen sind, denen diese Kids auf dem Herzen liegen, und dass wir fähige Partner haben, mit denen wir – auch im Sinne der Nachhaltigkeit – gemeinsam ein Projekt starten konnten. So zeigt sich, dass vor allem Gott diese Kinder auf dem Herzen liegen. Er hat es geschenkt, dass im Vorstand unserer philippinischen Partnerorganisation Pro-Fil plötzlich große Einigkeit herrschte, uns diesen Kindern zuzuwenden. Ein Wunder, nachdem über Jahre kein Mut da war, ein so herausforderndes Projekt anzugehen. Aber es entstand die Idee, einen sicheren und von Gottes Liebe geprägten Ort zu schaffen, an dem Straßenkinder basis-medizinische Versorgung, sanitäre Einrichtungen, Raum zum Spielen und Lernen, etwas zu Essen, einen sicheren Ort, an dem sie tagsüber schlafen und Ansprechpartner für ihre Nöte finden können. All das, was diesen Kindern nicht zugänglich ist.

Und Gott bestätigte diesen Glaubens-Mut: Überraschend schenkte er an einem zentralen und unserer Meinung nach idealen Ort Räumlichkeiten – eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Aus anfangs 50 Quadratmetern wurden 100, dann 125, und das alles zu einem vergünstigten Mietpreis. Gott kann.

Kleiner Haken: Wir mussten sofort anfangen, die sich im Rohbau befindlichen Räume auszubauen. Wie sollte das gehen??? Wir schienen weder Zeit, noch Personal, noch die Ressourcen zu haben. Aber dann war da wieder Gott: Gemeinsam mit unserem Kurzzeitler Iyobed konnte Missionar Christian Bauer erste Arbeiten beginnen, philippinische Arbeiter erledigten weitere notwendige Grobarbeiten. Und dann fand sich überraschend ein Team aus sieben flexiblen und handwerklich begabten Leuten mit großem Herz, die sich aus Deutschland auf den Weg machten und bei tropischer Hitze an der Baustelle Großartiges leisteten. Das war eine riesige Ermutigung. Und so wurde weiter gebaut, und aus einem unansehnlichen Ort nach und nach einladende Räumlichkeiten. Gott kann.

Was sich im Rückblick so glatt liest, war unterwegs von vielen Zweifeln durchzogen. Würden wir den Ausbau schaffen, und sind Ressourcen und Finanzen weise investiert? Würden wir geeignete lokale Mitarbeiter für diese herausfordernde Arbeit finden? Würden die Straßenkinder diesen Ort annehmen und tatsächlich kommen?

Lange haben wir um Mitarbeiter gebetet – lange Zeit tat sich nichts. Aber als es wirklich drauf ankam, waren sie da: Vier Leute mit unterschiedlichen Gaben, und alle mit der richtigen Herzenseinstellung. Sogar ein für die Arbeit so wichtiger männlicher Mitarbeiter war dabei – Gott kann.

Dann kam der Eröffnungstag – und unsere Sorgen, ob die Kids kommen würden, erwiesen sich als unsinnig. Da standen sie – in ihren zerlumpten Kleidern, nicht gerade wohlriechend, aber voller Neugier und mit jeder Menge Chaos im Gepäck. Da ist z.B. Randy. Er ist 10 Jahre alt und brachte gleich seine zweijährige Schwester und dreijährige Nichte mit. Sein Vater ist im Gefängnis, seine Mutter schwer krank. Seine 15-jährige Schwester hat schon zwei Kinder, um die er sich nun auch noch kümmern soll. Randy kann nicht lesen oder rechnen, weiß aber, wie man bettelt und klaut. Und er weiß, was es bedeutet, Verantwortung für andere zu tragen. Da sind Diana und Pong samt ihren fünf Geschwistern, von denen drei taub sind. Sie werden Zuhause nicht mehr aufgenommen, und schlagen sich nun auch allein durchs Leben. Sie sitzen schon immer Stunden, bevor das Zentrum aufmacht, vor der Tür und warten. Nach einer Dusche und etwas zu Essen nutzen sie gerne die Gelegenheit, für ein paar Stunden in Sicherheit zu schlafen.

Nicht umsonst haben wir das Projekt „Pag-asa – Hoffnung“ genannt. Diese wollen wir den Kindern mit Gottes Hilfe vermitteln, indem wir ihnen mit Gottes Liebe begegnen und ihnen helfen, Perspektive für ihre Leben zu finden. Aber auch uns hat Gott durch sein Eingreifen viel Hoffnung gemacht. Er kann und er wird sich um diese Kinder, um dieses Projekt und um uns kümmern.

 

Gott liebt Eneschan

Bei einer Kinderfreizeit in Tadschikistan lernten Kinder aus vielfach muslimischen Hintergrund Jesus kennen und erhielten Kinderbibeln von der dortigen Bibelgesellschaft. Einige Kinder berichten:

Ich heiße Rana und bin elf Jahre alt. Eine Geschichte von der Freizeit habe ich besonders in Erinnerung: Als ein Kranker zu Jesus gebracht wurde, hat Jesus ihn erst von den Sünden geheilt und danach heilte er seine Krankheit. Das wollte ich auch und betete zum ersten Mal zu Jesus. Jetzt glaube ich, dass Jesus mich von den Sünden gereinigt hat und ich mit ihm im Himmel sein werde. Ich freue mich schon, meiner Mama zu erzählen, was ich gebetet habe und will jetzt besser auf sie hören. Das waren die besten Winterferien meines Lebens.

Ich heiße Samandar und bin zwölf Jahre alt. Auf die Freizeit fand ich neue Freunde und wir hatten viel Spaß. In meinen 12 Jahren habe ich noch nie so viel über Gott gehört. Hier habe ich erfahren, dass ich Sünder bin, obwohl ich früher dachte, dass ich keine Sünden habe, weil ich nicht getötet habe und kein Trinker bin. Unsere Gruppenleiterin hat uns aus der Bibel gelesen und ich konnte auch selbst darin lesen. Am gleichen Tag habe ich bei Jesus um Vergebung der Sünden gebeten und, dass er mir hilft nach seinem Willen zu Leben. Als einziger Junge in der Familie will ich in Zukunft für meine Mama sorgen Gott darum bitten, dass er mir dabei hilft.

Ich heiße Eneschan und bin acht Jahre alt. Die fünf Tage gingen viel zu schnell vorbei. Uns wurde viel erzählt, dass Gott uns so sehr liebt wie unsere Mama und Papa. Ich glaube jetzt, dass Gott mir vergibt, dass ich meinen Eltern ungehorsam war und meinen Bruder geärgert und sein Schulheft zerrissen habe. Gott liebt mich und ich werde mit Ihm und allen anderen im Himmel sein.

Das blaue Buch aus dem Paradies

Unsere Mitarbeiter in Tadschikistan berichten von der Liebe, die Kinder auf Sommerfreizeiten erleben und die ihr Leben verändert und wie der Glaube an Jesus so seinen Weg bis in entlegene Bergdörfer findet:

„Man kann ohne Liebe Holz hacken, Ziegel formen, Eisen schmieden. Aber mit Menschen kann man nicht ohne Liebe umgehen.“
Leo Tolstoi

Nach dem Bürgerkrieg in Tadschikistan in den Jahren von 1992 bis 1997 hat die Mission „Hoffnung“ mit Kinderfreizeiten in Tadschikistan angefangen. Seit dieser Zeit hat sich die Situation in Tadschikistan nicht viel verändert: Kinder wachsen auf der Straße auf, da oftmals der Vater oder auch beide Elternteile in Russland als Gastarbeiter unterwegs sind. Die Großeltern oder die Mutter, bei denen sie dann aufwachsen, haben keine Zeit für sie, da sie entweder in Kolhosen (landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften) oder anderweitig am Geld verdienen sind.

Selbst in der Schule lernen die Kinder nicht, wie sie sich selbst und anderen mit Wertschätzung begegnen können. Die Klassen sind überfüllt mit oftmals 50 Kinder auf einen Lehrer, so dass die Lehrer nur sich nur mit Schreien und Schlagen durchzusetzen wissen. Nach der Schule sind die Kinder sich selber überlassen. Sie sind den ganzen Tag unterwegs und suchen, was sie klauen können, um es dann zu verkaufen: Gemüse und Obst, Aluminium und Eisen. Aus Langweile und weil keiner sie aufklärt, kommen sie auch im sexuellen Bereich auf schlimme Gedanken, denen Taten folgen.

Das Gelände, auf dem die Kinderfreizeiten stattfinden, heißt zu Recht „Paradies“. Heute kann es viele Geschichten der Kinder erzählen. Dort begegnet den Kindern eine ganz andere Atmosphäre, als sie es von zu Hause, der Schule oder Straße kennen. Hier können sie Gottes Liebe live erleben: eine ausgewogene Ernährung, viel Zuneigung und Zeit von unseren Mitarbeitern. Von elementaren Verhaltensweisen, wie die Hände nach dem Toilettengang zu waschen über freundlichen Umgang miteinander bis zum Entdecken, wer sie sind und was sie können, wird ihnen vieles im Freizeitprogramm vermittelt. An die klaren Regeln müssen sich die Kinder hier oftmals erst gewöhnen. Aber mit der Zeit finden sie so Sicherheit und Geborgenheit. Die Mitarbeiter sind um eine friedliche Atmosphäre bemüht. Das ist immer wieder eine Herausforderung, aber da die Konsequenzen bekannt sind, können Konflikte meistens gelöst werden.

Die Kinder, die zu uns kommen, sind meistens entmutigt und versuchen entweder mit Macht, Gewalt oder Minderwert ihre Ziele zu erreichen. Hier haben sie die Chance, als ermutigte Kinder das Freizeitgelände zu verlassen. Hier dürfen sie ihre Gaben und Talente beim Theaterspielen, Sport, Basteln, Kochen und so vielem mehr ausprobieren.

Das Herzstück jeder Freizeit ist die Begegnung mit Jesus. Obwohl es in ihrem muslimischen Umfeld von staatlicher Seite verboten ist, die Kinder religiös zu erziehen, erfahren die Kinder, wer Jesus ist und wie sehr sie von ihm geliebt sind. Am Ende jeder Freizeit bekommen die Kinder eine Kinderbibel geschenkt. Diese blauen Kinderbibeln können auch viele Geschichten erzählen.

Wie diese: Unser Team besucht regelmäßig abgelegene Bergdörfer, wo Kinder leben, die an einer der Freizeiten teilgenommen haben. Während so eines Besuches kam eine junge Mutter auf eine unserer Mitarbeiterinnen zu und bat sie, mit zu dem Haus zu kommen, wo sie bei ihren Schwiegereltern wohnt. Sie ging in ein abgelegenes Zimmer wo eine Sunduk (Truhe) stand. Von ganz unten holte sie die blaue Bibel hervor und berichtete: „Ich war auf eurer Freizeit, von wo ich diese Bibel auch habe. Diese Freizeit hat mein Leben verändert. Weder vorher noch nachher ist mir je so eine Liebe begegnet, wie ich sie bei euch erlebt habe. Durch euch habe ich Jesus kennen gelernt. Er gibt mir Kraft, weiter zu leben. Ich wurde zwangsverheiratet und meine Schwiegermutter macht mir das Leben schwer. Aber die Liebe und Hoffnung, die Jesus mir gibt, die lassen mich fröhlich an meine Arbeit gehen. Abends, wenn ich mich mit meinen Kindern zurückziehen darf, lese ich ihren aus der Bibel vor. Ich möchte, dass sie auch wissen, dass es einen Gott gibt, der sie liebt und ihnen Kraft schenken möchte, um den Herausforderungen des Alltags zu begegnen.“

Häusliche Gewalt beenden in Vietnam

Jedes vierte Kind und fast jede zweite Frau erleben häusliche Gewalt in Vietnam. Ein Pilotprojekt der Allianz-Mission soll für Aufklärung und Prävention sorgen und Familien heilen. Jochen Fiebrantz, Bereichsleiter für Asien, berichtet:

Vietnam ist nicht nur landschaftlich, sondern auf den ersten Blick auch gesellschaftlich ein beeindruckendes Land. Durch die marktwirtschaftliche Öffnung vor 30 Jahren ist es der kommunistischen Ein-Parteienregierung gelungen, ein massives Wirtschaftswachstum zu erzeugen, das Vietnam vor allem in den Städten sein heutiges, modernes Gesicht verleiht.

Doch hinter der modernen Fassade Vietnams versteckt sich eine harte Realität: Jedes vierte Kind erlebt Gewalt in der Familie oder auf dem Schulweg. 40% aller Frauen werden Opfer häuslicher Gewalt. Und niemand spricht darüber.

Vor einigen Monaten hat Gott unserem einheimischen Team der Allianz-Mission völlig unerwartet die Tür dafür geöffnet, uns dieses sensiblen Tabuthemas offen anzunehmen. Nur über Jahre aufgebaute Vertrauensbeziehungen machten es möglich, dass wir nun in den ärmsten Dörfern des ländlichen Distrikts Chuong My ein offizielles Pilotprojekt starten dürfen, das ein Modell für das ganze Land werden kann.

In dieser Pilotphase soll es gemeinsam mit unseren Partnern, der Frauenunion vor Ort, darum gehen, überhaupt erstmal ein Bewusstsein für das erschreckende Ausmaß dieser Missstände und für das tägliche Leiden von Frauen und Kindern zu schaffen. Familiengewalt darf nicht länger als Privatsache verharmlost werden.

Dafür sollen alle Ebenen einbezogen werden, von der Ortsregierung bis hinein in Schulen und Familien.

  • 40 örtliche Regierungsbeamte und Leiterinnen der Frauenunion werden zu biblischen Prinzipien zu den Themen Gleichberechtigung, Ehe und Familiengewalt geschult
  • 30 Frauenbeauftragte werden durch Kommunikationstraining als lokale Multiplikatoren ausgebildet
  • 400 Schulkinder lernen im Unterricht und Sommerlagern, Mädchen genauso wertzuschätzen wie Jungs, und wie sie sich in Situationen drohender Gewalt schützen können
  • Verschiedene Gruppen werden zu Dorfkomitees für den Schutz von Frauen und Kindern vernetzt
  • In 10 Dörfern werden Selbsthilfegruppen aufgebaut und ausgebildet, die sichere Orte für 400 Frauen schaffen
  • Die ganze Dorfgemeinschaft wird durch Familienfeste, durch Podiumsdiskussionen zur Gleichberechtigung und durch Kurse zur Gewalt-Prävention in Familien einbezogen.

So soll durch gezielte Bewusstseinsbildung Schritt für Schritt Licht in die grausame Verborgenheit und Verleugnung von Gewalt kommen, und gleichgültige Schicksalsergebenheit in echtes Mitgefühl und einen Hunger nach Gerechtigkeit verwandelt werden.

Wir hoffen von Herzen, dass die Pilotphase erfolgreich verläuft und echte, messbare Veränderungen hervorbringt. Und wir beten, dass dieses Projektmodell an vielen Orten durchgeführt werden kann und den Menschen zeigt, dass Gottes Liebe und Gerechtigkeit auch ihnen Frieden bringen können.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!